Malereien aus Erde, Gras und Baumrinde

Malereien aus Erde, Gras und Baumrinde

Heusweiler. Die Erde hat viele Farben. Sie leuchtet in Gelb und Rot. Sie ist hell und licht oder auch ganz dunkel. Meistens wirkt die Farbe der Erde warm, aber manchmal gibt sie sich auch giftig und gefährlich und erinnert an Grünspan. Man kennt Ocker, Beige und Umbra und auch Dürers berühmtes Wallerfanger Blau

Heusweiler. Die Erde hat viele Farben. Sie leuchtet in Gelb und Rot. Sie ist hell und licht oder auch ganz dunkel. Meistens wirkt die Farbe der Erde warm, aber manchmal gibt sie sich auch giftig und gefährlich und erinnert an Grünspan. Man kennt Ocker, Beige und Umbra und auch Dürers berühmtes Wallerfanger Blau. Dorothe Kappel, 48-jährige Erzieherin aus Saarbrücken-Gersweiler, hat sich ganz auf das Malen mit diesen schönen Erdfarben spezialisiert. Impulse hierfür holte sie sich in Kursen bei der Völklinger Ergotherapeutin Ute Braunshausen. Mittlerweile gibt sie die Technik selbst im Freundeskreis in einem privaten Malkurs weiter. Dorothe Kappel stellt die Farbe selbst her. Sie sammelt Erde im Garten, bringt Material von Spaziergängen, Wanderungen und auch aus dem Urlaub mit, und sie animiert Freunde und Bekannte zu erdigen Mitbringseln. Ein besonders intensives Rot, so verrät sie, finde man am Premiumwanderweg bei Homburg. In ihrer Werkstatt in Gersweiler vermischt Dorothe Kappel die Erde mit Wasser und Knochenleim. Zum Malen nimmt sie Spachtel, Lappen, Pinsel oder auch die Hände. Manchmal lässt sie sich von einem Motiv inspirieren, wie der Völklinger Hütte. Sehr oft beginnt Dorothe Kappel auch ohne feste Vorstellung. Dann arbeitet sie "ganz von innen heraus". "Manchmal", sagt sie, dauere es Wochen bis ein Bild fertig sei, bis sie das Gefühl habe "es passt". Mit Binder und Ölkreide setzt sie Akzente. Fundstücke aus der Natur - Grashalme, Rindenstücke, Ästchen, kleine Steine - sind das i-Tüpfelchen in ihren Bildern. Dorothe Kappel baut auch ihre rahmlosen Bildträger aus Holz und Leinwand selbst. So hat sie auch einen Malgrund mit Fenster in der Mitte kreiert. Das ist nun so eine Art Wechselrahmen für ihre Fundstücke. Manchmal legt sie Muscheln hinein, ein andermal Schneckenhäuser oder Steine. Bei der Ausstellung im Heusweiler Rathaus sind es winzige, kirschgroße rote Zieräpfel. "Ich bin ein naturverbundener Mensch", erklärt die Malerin und: "Ich hatte schon immer eine künstlerische Ader." Mit Seidenmalerei, Töpfern und anderen kreativen Techniken ging Dorothe Kappel dieser schöpferischen Ader nach. Als sie dann zum ersten Mal ein Erdgemälde sah, war es um sie geschehen. Sie war so fasziniert, dass sie sich seit dem dieser Technik widmet. "Faszination" war auch das Zauberwort in der Ansprache des Heusweiler Kulturchefs Hans Trouvain. Er sei von der Kraft, der Harmonie und der Ausstrahlung der Erdmalerei begeistert, sagte er. Für Dorothe Kappel spielt neben der Natur auch die Musik eine große Rolle. "Die Musik und die Malerei gehören zusammen", sagt sie und erzählt, dass sie beim Malen oft Musik höre, "um eine bestimmte Stimmung zu entwickeln". Das erklärt auch, warum es bei dieser Vernissage ein großes Musikaufgebot gab, unter anderem mit dem Chor Querbeet, in dem die Malerin Mitglied ist. hof

Im Malgrund mit Fenster lassen sich Fundstücke austauschen.

Auf einen BlickDie Ausstellung "Malerei mit Erde" läuft bis 5. Februar in der Heusweiler Rathausgalerie. Das SR-Fernsehen zeigt einen Beitrag über Dorothe Kappel entweder Ende Januar oder Anfang Februar in der Sendung "Kulturspiegel" (mittwochs um 18.50 Uhr im SR Fernsehen, Wiederholungen in der Nacht zu Donnerstag, 2.30 Uhr, und donnerstagmorgens um 8.30 Uhr.) hof

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