1. Saarland

Mal sexy, mal ätzend selbstgerecht

Mal sexy, mal ätzend selbstgerecht

Maskierte Helden in hautengen Anzügen kommen bei Frauen nicht so ganz super gut an. Sagt Alexander Fischer. Der Mann muss es wissen, schließlich verdient er mit Superhelden sein Geld. Fischer ist Inhaber des Comic-Ladens am Beethovenplatz

Maskierte Helden in hautengen Anzügen kommen bei Frauen nicht so ganz super gut an. Sagt Alexander Fischer. Der Mann muss es wissen, schließlich verdient er mit Superhelden sein Geld. Fischer ist Inhaber des Comic-Ladens am Beethovenplatz. Er handelt unter anderem mit den Abenteuern von Spiderman, Batman, Ironman, Superman - den Kerlen eben, die zwar trotz Traumkörper albern aussehen, aber am Ende doch irgendwie immer gewinnen.Nur eben bei den Mädels nicht. "Ein reines Superheldenangebot hat Frauen nie so angezogen", sagt Alexander Fischer. Daran könnten womöglich die etwas anderen Superhelden etwas ändern, die nicht nur in Fischers X-Comics-Laden lauern, sondern zurzeit im Kino beeindrucken: die Watchmen, zu Deutsch: die Wächter. Den Film muss man gesehen, den Comic von Alan Moore gelesen haben.Nein, nicht, weil die Kostüme weniger albern sind als die anderer Weltenretter. Nicht, weil es da echten und einzigartigen Superhelden-Sex gibt. Schon eher, weil es Alan Moore vor gut 20 Jahren und Regisseur Zack Snyder aktuell gelungen ist, echten Helden-Humor zu entwickeln - einen rabenschwarzen. Vor allem aber, weil die beiden uns Helden zeigen, die menschlich sind. Eine Frau und eine Hand voll Typen, die alle irgendwie etwas an der Waffel haben - mal sexy, mal ätzend selbstgerecht. Typen, die es sich von irgendeiner Regierungskommisson verbieten lassen, Superhelden zu sein. Typen, die sich gegenseitig mehr brauchen, als die Welt sie zu brauchen scheint. Wie das mit der Rettung der Welt ausgeht, wird an dieser Stelle nicht verraten. Das klärt ein Besuch im Comic-Laden und im Kino. Aber klar scheint: Frauen für die Comicwelt zu erobern, werden sie wohl nicht können. Was nicht an den Wächtern liegt, sondern an den Frauen. Die betreten nämlich durchaus den Comic-Laden von Alexander Fischer - um Mangas zu kaufen. Mangas, das sind diese asiatischen Bildergeschichten, in denen die Figuren riesige Glupschaugen haben. Sowas kaufen weibliche Kunden. Und da sage mal noch jemand, dass Männer - mit oder ohne hautenges Heldenoutfit - komisch sind. Sie haben Tipps für Fortgeschrittene oder wollen dem Autor einfach Ihre Meinung sagen? Dann schreiben Sie eine E-Mail an m.rolshausen@sz-sb.de