1. Saarland

Mahnwache für Opfer rechter Gewalt

Mahnwache für Opfer rechter Gewalt

Saarbrücken/Völklingen. Das Antidiskriminierungsforum Saar hat die vollständige Aufklärung der Brandstiftungs-Serie in überwiegend von Einwanderern bewohnten Häusern in Völklingen gefordert. Für die Mitglieder des Forums sei nicht nachvollziehbar, weshalb ein fremdenfeindlicher Hintergrund der Brände zunächst ausgeschlossen worden war, heißt es in einer gestern veröffentlichten Mitteilung

Saarbrücken/Völklingen. Das Antidiskriminierungsforum Saar hat die vollständige Aufklärung der Brandstiftungs-Serie in überwiegend von Einwanderern bewohnten Häusern in Völklingen gefordert. Für die Mitglieder des Forums sei nicht nachvollziehbar, weshalb ein fremdenfeindlicher Hintergrund der Brände zunächst ausgeschlossen worden war, heißt es in einer gestern veröffentlichten Mitteilung. Die Erkenntnisse über den Rechtsterrorismus in Deutschland zeigten, dass auch im Saarland die Gefahr deutlich unterschätzt worden sei. Weiter heißt es: Die Debatte dürfe sich nicht auf Rechtsextremismus beschränken. Die Erfahrungen des Forums hätten gezeigt, dass es eine beängstigende Entwicklung zu Intoleranz, Rassismus und Diskriminierung auch in der Mitte der Gesellschaft gebe.Mehrere Einrichtungen des Antidiskriminierungsforums wollen sich auch an einer Mahnwache beteiligen, zu der der Integrationsbeirat Saarbrücken heute um 17 Uhr aufruft. Vor der Saarbrücker Europagalerie soll der Mordopfer des Rechtsterrorismus und der Opfer der Völklinger Brandanschläge gedacht werden.

Ebenfalls heute wird der Völklinger Stadtrat in öffentlicher Sitzung über eine Resolution gegen rechte Gewalt diskutieren. Es liegen zwei Textvorschläge vor. Grünen-Fraktionschef Manfred Jost hat einen Entwurf eingebracht, der sich stark auf Völklingen bezieht und mit der Forderung schließt, für den Kampf gegen Rechtsextremismus 20 000 Euro in den Stadthaushalt 2012 einzustellen. CDU-Fraktionschef Stefan Rabel dagegen schlägt vor, dass sich der Stadtrat der bereits verabschiedeten Resolution des Landtages anschließt, die allgemeiner gefasst ist. red/dd