Maas will Grewenig die Industriekultur managen lassen

Saarbrücken/Reden. Aus lokaler Sicht stehen die Dinge auf den von der IKS seit 2001 gemanagten ehemaligen Gruben-Standorten Reden und Göttelborn gut bis blendend. Die Neunkircher Landrätin Cornelia Hoffmann-Bethscheider (SPD) und der Schiffweiler Bürgermeister Markus Fuchs (SPD) sehen im "Garten Reden" eines der touristischen Leitprojekte des Landkreises

Saarbrücken/Reden. Aus lokaler Sicht stehen die Dinge auf den von der IKS seit 2001 gemanagten ehemaligen Gruben-Standorten Reden und Göttelborn gut bis blendend. Die Neunkircher Landrätin Cornelia Hoffmann-Bethscheider (SPD) und der Schiffweiler Bürgermeister Markus Fuchs (SPD) sehen im "Garten Reden" eines der touristischen Leitprojekte des Landkreises. Von einem Misserfolg der IKS könne keine Rede sein, meint die SPD-Landrätin, und auch die SPD-Bürgermeisterin der Gemeinde Quierschied Karin Lavall zeigt sich auf SZ-Nachfrage zufrieden mit der Entwicklung von Göttelborn. Dort gebe es jetzt wieder eben so viele Arbeitsplätze wie zur Zeit des Grubenbetriebes. Sie verweist auf die "beihilferechtliche Problematik", die sich bei der IKS ergeben habe, sprich auf von der EU kritisch gesehene Wirtschaftsförderungs-Aktivitäten. Deshalb habe man handeln müssen, die IKS-Auflösung habe nichts mit "Fehlern" des Geschäftsführers Karl Kleineberg zu tun. Gleichwohl stimmte Lavall gestern im IKS-Aufsichtsrat unter anderem zusammen mit Hoffmann-Bethscheider, dem Regionalverbands-Chef Peter Gillo (SPD) und Wirtschaftsminister Heiko Maas (SPD) dafür, dass Kleineberg seinen Posten aufgeben und als Angestellter zur Strukturholding Saar (SHS) wechseln muss. Alle 14 IKS-Mitarbeiter werden, wie bereits gestern von der SZ berichtet, in die Wirtschaftsfördergesellschaft (GW) Saar und in die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) übernommen.Gegenüber der SZ begründet Minister Maas seinen Schritt: "Wir müssen unsere Strukturen verschlanken. Die IKS hat ihren Gesellschaftszweck erfüllt, was jetzt noch in Reden oder Göttelborn zu tun ist, dafür gibt es andere Landesgesellschaften." Außerdem bestätigte Maas Verhandlungen mit dem Chef des Völklinger Weltkulturerbes Meinrad Maria Grewenig über eine zukünftige neue Industriekultur-Organisation. Die Themen Bergbau und Stahl könnten in Völklingen zusammengeführt werden, so Maas. Er kündigt an, dass es zukünftig, unabhängig davon, ob Grewenig die Aufgabe übernehmen wolle, für Industriekultur wieder eine "klare Zuständigkeit" geben werde.

Der Weltkulturerbe-Generaldirektor bekundete gestern auf SZ-Nachfrage hohes Interesse an der zusätzlichen Verantwortung. Es sei jedoch alles noch nicht spruchreif, "im Prozess". Für ihn komme es darauf an, so Grewenig, dass das Thema Industriekultur als Leit- und Premium-Thema bei der Politik und im Land verortet werde. Derweil begrüßt auch die Opposition die Maas-Pläne für einen Neubeginn der Industriekultur und ein zentrales Management, fordert jedoch transparentere Strukturen und bessere Kontrollen durch das Parlament ein. "Die IKS ist ihrem Anspruch nicht gerecht geworden", erklärte gestern Barbara Spaniol (Die Linke) auf SZ-Nachfrage und kritisierte - wortgleich mit Grünen-Fraktionschef Hubert Ulrich - jahrelanges "Missmanagement und Misswirtschaft". Die IKS sei ein "Millionengrab" gewesen, so Ulrich. Wie Spaniol hält er dafür jedoch nicht die Geschäftsführung verantwortlich, sondern die frühere CDU-Regierung und die heutige Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer. Für die Piraten erklärt Michael Hilberer ein grundsätzliches Unbehagen: "Es wird nicht klar, wie und wofür das Geld der Steuerzahler bei den Landesbeteiligungen eingesetzt wird." Hilberer fordert eine "offene Ausschreibung der zu besetzenden Stellen". ceFoto: dpa

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