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Luksic will "Unser Olli" bleiben

Luksic will "Unser Olli" bleiben

Heusweiler. Wohnungssuche in Berlin, Warten auf ein Büro, Ungewissheit über das Aufgabengebiet - Oliver Luksic aus dem Heusweiler Ortsteil Holz hat derzeit richtig Stress. "Täglich bin ich von neun bis 23 Uhr in Berlin unterwegs. Hinzu kommen 1000 Anrufe und viele Termine. Und am Wochenende fliege ich nach Hause und gehe zu Seniorennachmittagen oder Wanderungen

Heusweiler. Wohnungssuche in Berlin, Warten auf ein Büro, Ungewissheit über das Aufgabengebiet - Oliver Luksic aus dem Heusweiler Ortsteil Holz hat derzeit richtig Stress. "Täglich bin ich von neun bis 23 Uhr in Berlin unterwegs. Hinzu kommen 1000 Anrufe und viele Termine. Und am Wochenende fliege ich nach Hause und gehe zu Seniorennachmittagen oder Wanderungen. Das ist alles ganz schön schwierig, aber ich versuche es einzurichten", sagt der gerade am 9. Oktober 30 Jahre jung gewordene Abgeordnete. Seit dem 27. September ist er in diesem Dauerstress. Das war der Tag der Bundestagswahl. Er war Spitzenkandidat der saarländischen Liberalen und schaffte erwartungsgemäß den Einzug ins Parlament. Ein eigenes Büro hat er in Berlin noch nicht. "Die FDP hat 40 Mandate dazu gewonnen. Für die muss jetzt zuerst mal Platz geschafft werden", erzählt er.

Oliver Luksic und die übrigen neuen Abgeordneten der FDP müssen also warten, bis die SPD ihre überzähligen Büros geräumt hat. "Die SPD hat 50 Mandate verloren, aber die Abgeordneten dürfen ihre Büros noch bis zum 27. Oktober benutzen", erklärt Luksic. Aber auch jetzt ist an einen Einzug noch nicht zu denken, denn die Büros müssen hergerichtet und gestrichen werden.

Auch in Sachen Wohnungssuche ist Luksic noch nicht allzu weit vorangekommen: "Manche Kollegen sagen, zieh doch ins Hotel. Aber ich will eine eigene Wohnung haben, denn ich bin jeden Monat mindestens zwei Wochen in Berlin", erklärt Oliver Luksic. Am liebsten wäre ihm eine schöne Wohnung im Stadtteil Charlottenburg, in der Nähe des Reichtagsgebäudes. Wer bezahlt die Miete? Die Freie Demokratische Partei? "Nein, die muss ich selbst bezahlen. Aber Abgeordnete bekommen eine Kostenpauschale, und die reicht dicke für die Mietkosten", schmunzelt Luksic. Hat ein Bundestagsabgeordneter andere Gratifikationen? Etwa einen Dienstwagen? "Nein, aber jeder Abgeordnete hat in Berlin einen Fahrdienst und wird zu den Terminen gefahren. Nach Holz fährt mich der aber nicht. Dafür muss ich den Flieger nehmen. Doch die Flüge sind frei", so Luksic.

Noch steht nicht fest, wie sein zukünftiges Aufgabengebiet aussehen wird: "Zuerst musste die Koalitionsfrage entschieden werden, dann erfolgt der Ressortzuschnitt, dann wird festgelegt, wie groß die jeweiligen Ausschüsse sind, und wenn das raus ist, dann wird die Besetzung der Ausschüsse festgelegt", schildert er. Wobei die Neulinge im Bundestag abwarten müssen, was ihnen die Alteingesessenen übrig lassen. "Ich würde gerne in den Ressorts Verkehr, Europa oder Gesundheit arbeiten", hofft Luksic. In Heusweiler sagen viele: "Unser Olli ist jetzt in Berlin" - kann er dort wirklich etwas für Heusweiler tun? "Das ist natürlich relativ schwer. Man muss sich vorstellen, dass es über 600 Abgeordnete gibt, und jeder will etwas für seinen Wahlkreis tun", erklärt Luksic. Aber er will zumindest "Unser Olli" bleiben: "Ich führe Leute oder Besuchergruppen, die mich kennen, durch den Bundestag und knüpfe für Kollegen Kontakte. Das mache ich doch gerne", sagt er.

Eine Woche pro Monat ist er zu Hause, will weiterhin in Holz Tennis und in Kutzhof Fußball spielen. Und weiterhin Kommunalpolitik machen: "Ich hoffe, dass der Gemeinderat seine Sitzungen so legt, dass ich teilnehmen kann, denn mein Gemeinderatsmandat möchte ich nicht aufgeben", appelliert Luksic an die Verwaltung und Ratsfraktionen. "Der Fahrdienst bringt mich nicht heim."

Oliver Luksic, Abgeordneter