Luchs macht sich im Pfälzerwald rar

Luchs macht sich im Pfälzerwald rar

Trippstadt/Saarbrücken. Der Luchs gilt als sehr scheues Tier. Im Pfälzerwald macht sich die Raubkatze aber auch für ihre Verhältnisse extrem rar. Immer wieder haben Naturschützer in den vergangenen Jahren gehofft, dass die Katze, die bis ins 18. Jahrhundert in Rheinland-Pfalz vorkam, aus den benachbarten französischen Vogesen wieder einwandern und dauerhaft heimisch werden könnte

Trippstadt/Saarbrücken. Der Luchs gilt als sehr scheues Tier. Im Pfälzerwald macht sich die Raubkatze aber auch für ihre Verhältnisse extrem rar. Immer wieder haben Naturschützer in den vergangenen Jahren gehofft, dass die Katze, die bis ins 18. Jahrhundert in Rheinland-Pfalz vorkam, aus den benachbarten französischen Vogesen wieder einwandern und dauerhaft heimisch werden könnte. Ein Experte macht nun aber wenig Hoffnung. Naturschützer wollen deshalb Pläne für eine Auswilderung von Luchsen vorantreiben.

Ditmar Huckschlag von der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz hat ausgewertet, was seit 1999 an vermeintlichen und tatsächlichen Luchs-Sichtungen im Pfälzerwald zusammenkam. Sein ernüchterndes Fazit: Mit einer Etablierung von Luchs-Territorien sei "in naher Zukunft nicht zu rechnen". Huckschlag ist bei der Landeseinrichtung für das so genannte Luchs-Monitoring zuständig. Akribisch wird seit 1999 erfasst, wo angeblich Luchse gesehen oder gehört wurden oder wo sie vermeintlich ihre Spuren hinterlassen haben. Knapp 300 Hinweise kamen in dieser Zeit zusammen. Nur ein einziger davon gilt als absolut wasserdicht: Im Juni 2009 konnte ein Jäger bei Leimen in der Südwestpfalz mit seinem Handy einen Luchs fotografieren. Hinter vielen anderen Hinweisen steht ein Fragezeichen - sie können stimmen, oder auch nicht.

Woher das fotografierte Tier kam, wohin es verschwunden ist - kein Mensch weiß es. Huckschlag kann nicht ausschließen, dass es sich um ein aus einem Gehege ausgebüxtes Exemplar handelte. 2008 war aus einem Wildpark in Kaiserslautern ein Luchs verschwunden, bis heute fehlt von dem Tier jede Spur. Womöglich kam der abgelichtete Luchs aber auch aus Frankreich, wo in den an die Südpfalz grenzenden Nordvogesen zuletzt wieder vermehrt Luchse beobachtet wurden.

Dem BUND-Landeschef im Saarland, Christoph Hassel, ist nichts darüber bekannt, dass in saarländischen Wäldern der Luchs einmal gesichtet wurde. Obwohl einem Gutachten zu Folge im Saarland großflächige, zusammenhängende Waldflächen fehlten, um dort den Luchs dauerhaft wiederanzusiedeln, könne dem Land eine wichtige Funktion "als Wanderkorridor" für das Raubtier zukommen, sagte Hassel der Saarbrücker Zeitung.

Der Pfälzerwald wäre eigentlich ein geeigneter Lebensraum für die Luchse: Die großen Waldgebiete würden der scheuen Wildkatze genug Möglichkeiten geben, sich ungestört rumzutreiben. Auch an Nahrung mangelt es nicht. Aber vom Luchs - kaum eine Spur.

Eine Gruppe von Luchsfreunden will das ändern. Sie will Pläne für eine Auswilderung von Luchsen vorantreiben, um eine stabile Population im Pfälzerwald zu schaffen. Noch steht die Initiative ganz am Anfang, getragen werden soll sie von Naturschutzverbänden. Heinz Schlapkohl vom Nabu in Rheinland-Pfalz sieht für das Auswilderungsprojekt allerdings zwei Knackpunkte: Die Finanzierung und die Genehmigung durch Behörden. bera/dpa

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