Wir möchten auf unserer Webseite Cookies und pseudonyme Analysetechniken auch unserer Dienstleister verwenden, um diesen Internetauftritt möglichst benutzerfreundlich zu gestalten.

Außerdem möchten wir und unsere Dienstleister damit die Besuche auf unserer Webseite auswerten (Webtracking), um unsere Webseite optimal auf Ihre Bedürfnisse anzupassen und um Ihnen auf unserer Webseite sowie auch auf Webseiten in verbundenen Werbenetzwerken möglichst interessante Angebote anzeigen zu können (Retargeting).

Wenn Sie dieses Banner anklicken bzw. bestätigen, erklären Sie sich damit jederzeit widerruflich einverstanden (Art. 6 Abs.1 a DSGVO).

Weitere Informationen, auch zu Ihrem jederzeitigen Widerrufsrecht, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.

| 21:20 Uhr

Finanzaffäre beim Landessportverband
Staatsanwalt geht gegen Meiser und Roth vor

Landtagspräsident Klaus Meiser (CDU) ist derzeit erkrankt.
Landtagspräsident Klaus Meiser (CDU) ist derzeit erkrankt. FOTO: Andreas Schlichter
Saarbrücken. In der LSVS-Affäre hat der Saar-Landtag den Weg für Ermittlungen gegen den Landtagspräsidenten und den SPD-Fraktionsvize freigemacht. Lafontaine fordert Meisers Rücktritt.  Von Michael Jungmann
Michael Jungmann

In der Finanzaffäre um den Landessportverband (LSVS) wird die Staatsanwaltschaft Saarbrücken jetzt ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue und der Vorteilsgewährung gegen Landtagspräsident Klaus Meiser (CDU) und Eugen Roth, Vizechef der SPD-Landtagsfraktion, einleiten. Meiser ist seit 2014 Präsident des LSVS, bei dem ein millionenschweres Finanzloch entdeckt wurde. Roth, DGB-Chef im Saarland, ist als Präsident des Handballverbandes Mitglied des Präsidiums.

Der Justizausschuss des Landtages hat nach Angaben von Vizepräsidentin Isolde Ries (SPD) bereits auf einen Widerspruch gegen den gestern Nachmittag eingegangenen Antrag der Staatsanwaltschaft verzichtet, die Immunität (Schutz vor Strafverfolgung) der beiden Abgeordneten aufzuheben. Meiser, der erkrankt ist, und Roth waren gestern für Stellungnahmen nicht zu erreichen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt zudem gegen sechs weitere Präsidiumsmitglieder, in einem Fall nur wegen Untreue. Pressesprecher Christoph Rebmann teilte mit, der Anfangsverdacht ergebe sich aus den bisherigen Ermittlungsergebnissen im Untreue-Verfahren gegen den freigestellten LSVS-Hauptgeschäftsführer Paul Hans.

Hintergrund ist unter anderem, dass das LSVS-Präsidium Innenminister Klaus Bouillon (CDU) angeboten hatte, die Kosten für Getränke und Service seines 70. Geburtstages zu übernehmen, den er mit etwa 250 Gästen in der Mensa der Sportschule feierte. Bouillon, der die Rechtsaufsicht über den LSVS führt, hat Essen und Getränke nach eigenen Angaben selbst bezahlt. Ihm hatte der zuständige Oberstaatsanwalt einen Fragenkatalog geschickt, der fristgerecht beantwortet wurde. Bouillon überwies nach entsprechenden LSVS-Rechnungen insgesamt 6500 Euro. Der Oberstaatsanwalt geht offenbar davon aus, dass der Verband tatsächlich deutlich höhere Aufwendungen hatte.

Führende CDU-Politiker im Land legen Meiser offenbar den Amtsverzicht nahe. Die Linke im Landtag verlangte gestern seinen Rücktritt. Fraktionschef Oskar Lafontaine sagte, nach der Aufnahme von Ermittlungen solle Meiser seine Funktion als Parlamentspräsident nicht mehr wahrnehmen. Grünen-Landeschef Markus Tressel forderte Meiser und Roth auf, ihre Ämter in Politik und Sport bis zu einer Klärung der Vorwürfe ruhen zu lassen.