Lothringer Ärzte gegen Gaskraftwerk

Lothringer Ärzte gegen Gaskraftwerk

Saarbrücken. In der Nachbarregion Lothringen formiert sich der Protest immer stärker gegen das in Hambach geplante Gaskraftwerk, das bei einer Investition von 700 Millionen Euro rund 900 Megawatt Strom liefern soll

Saarbrücken. In der Nachbarregion Lothringen formiert sich der Protest immer stärker gegen das in Hambach geplante Gaskraftwerk, das bei einer Investition von 700 Millionen Euro rund 900 Megawatt Strom liefern soll. Nachdem es im Sommer bereits zwei größere Demonstrationen mit einer Gesamtbeteiligung von knapp 2000 Menschen gegeben hat, machen nun die Anwohner und die Ärzte, die vor dem Ausstoß von Schadstoffen durch das Gaskraftwerk warnen, erneut mobil.So ist am Dienstag, 10. November, im Kultur- und Gesellschaftssaal von Sarralbe eine Informationsveranstaltung über die "Gaskraftwerke in der französischen Energielandschaft" geplant. Am Dienstag, 24. November, soll im Kommunikationszentrum der Smart-Fabrik von Hambach eine medizinische Informationsveranstaltung zum Thema "Wirkung giftiger Substanzen für die Gesundheit" durch den Lungen-Spezialisten Frédéric Deblay aus Straßburg folgen. Zugleich wurde in Lothringen eine Liste mit den Namen von 103 Ärzten verbreitet, die sich aus gesundheitlichen Gründen gegen das Gaskraftwerk aussprechen. Unterdessen wird in einem Text der Krafwerksgegner allerdings auch darauf hingewiesen, dass die Luftverschmutzung solcher Gaskraftwerke nicht so stark wie bei Kohlekraftwerken ist.

Wie bereits mehrfach berichtet, ist in der Gemeinde Hambach direkt neben der Autobahn von Straßburg nach Saargemünd ein Gaskraftwerk geplant. Aus den Unterlagen zur Planoffenlegung, die in den Monaten Mai und Juni erfolgte, ging hervor, dass die Betreiberfirma Hambrégie in Lothringen ihre Chancen zum Verkauf von Spitzenlaststrom zu möglichst hohen Preisen wahrnehmen will. Aus diesem Grund wurde die Betriebszeit des Kraftwerks von zwei Mal 450 Megawatt (MW) auch nicht bei 8000 Betriebsstunden pro Jahr angesetzt, wie das bei solchen Industrieeinrichtungen üblich ist, sondern bei etwa 4500 Stunden. In der Nacht und am Wochenende, wenn die Stromnachfrage gering ist, soll die Centrale électrique vom Netz genommen werden. Denn in diesen Zeiten ist die Grundversorgung durch die Atomkraftwerke ausreichend. Aus den Unterlagen ging ferner hervor, dass es sich in Hambach um ein modernes GUD-Kraftwerk mit Alstom-Turbinen handelt, dessen Wirkungsgrad mit knapp 60 Prozent angegeben wird: 798 MW thermische Leistung bei einer Ausbeute von 455 MW elektrisch pro Produktionseinheit. Entsprechend positiv wurde in der Metzer Tageszeitung Républicain Lorrain berichtet, die auf 50 neue Arbeitsplätze und die geringe Umweltbeeinträchtigung hinwies.