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Lost Places im Saarland
Die eigenartige Faszination der vergessenen Orte

Das ehemalige Schwimmbad in Heusweiler FOTO: www.sola-domum.info
Saarland. Die meisten Gebäude, die niemand mehr braucht, werden einfach abgerissen – aber nicht immer. Manchmal bleiben Häuser oder Anlagen einfach stehen und werden vergessen. Wenn die Natur und der Zerfall dann die Herrschaft übernehmen, entstehen wundersame Orte: Lost Places. Von Barbara Scherer

Am Anfang jedes vergessenen Ortes steht ein Platz, an dem einmal das Leben herrschte: Im Heusweiler Freibad zum Beispiel tobten früher an sonnigen Tagen die Kinder in den Becken. Sportschwimmer zogen ihre Bahnen, Jugendliche hüpften von den Sprungtürmen. Die Besucher lagen auf der Wiese und bräunten sich oder kauften sich Pommes am Imbiss.


Das alte Bildungsministerium im Saarbrücker Pingusson-Bau FOTO: www.sola-domum.info

Lost Places im Saarland



Diese Zeiten sind aber lange vorbei – das Heusweiler Schwimmbad wurde bereits vor vielen Jahren geschlossen. Die Natur hat sich die Anlage zurückerobert, illegale Besucher haben ebenfalls ihre Spuren hinterlassen. Aber auch andere Menschen lockt die Anlage an: Diejenigen, die die Aura solcher Orte schätzen. Diejenigen, die auf der Suche nach genau solchen Orten – genannt Lost Places – sind.

Das alte Stadtbad St. Johann in Saarbrücken FOTO: www.sola-domum.info

Das Freibad in Heusweiler ist nicht der einzige Lost Place im Saarland. Vergessene Einrichtungen, stillgelegte Anlagen und leerstehende Gebäude gibt es an vielen Stellen zu entdecken. Das Problem dabei: Einige Menschen besuchen die Lost Places im Saarland ohne Erlaubnis. Das ist in vielen Fällen nicht nur eine Straftat, sondern zudem extrem gefährlich: Viele Gebäude, die seit Jahren nicht mehr genutzt werden, sind marode. Treppenstufen können bei jedem Schritt brechen, Teile der Decken könnten sich lösen.

Erinnerungen an vergangene Tage

Der alte Lokomotivfriedhof in Hermeskeil FOTO: www.sola-domum.info

Dennoch haben verlassene Orte eine besondere Faszination. Bilder von Schwimmbädern wie dem Freibad Heusweiler, dem Hallenbad Bous oder dem Stadtbad St. Johann wecken Erinnerungen an längst vergangene Tage. Viele Saarländerinnen und Saarländer erinnern sich daran, wie sie selbst den Sommer dort verbracht haben. Manch einen verwundert, wie die Orte heute aussehen, nachdem sie jahrelang nicht benutzt wurden.

Aber nicht nur Gebäude und Orte sind spannend: Auch verlassene Autos oder andere Fahrzeuge stellen spannende Motive für Fotos dar. Ein Beispiel ist der Lokomotivfriedhof bei Hermeskeil. Im Gegensatz zu den meisten anderen vergessenen Orten ist es darüber hinaus möglich, diesen zu besichtigen.

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Das ehemalige Schwimmbad in Heusweiler FOTO: www.sola-domum.info