1. Saarland

Lorig will neuen Runden Tisch

Lorig will neuen Runden Tisch

Die RAG hat, wie berichtet, ihre Pläne für einen „Energiepark“ auf dem Gelände der Tagesanlage Luisenthal weitgehend aufgegeben. Das haben Völklinger Kommunalpolitiker zum Anlass genommen, das Gespräch mit dem saarländischen Wirtschaftsminister Heiko Maas (SPD) zu suchen. Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU) fordert einen neuen Runden Tisch.

Seit Jahren wird in Völklingen diskutiert, wie die Zukunft Luisenthals nach dem Ende des Bergbaus aussehen könnte. Eine Frage, die sich nicht ohne das Bergbauunternehmen RAG lösen lässt - denn die RAG ist nach wie vor Eigentümerin großer Flächen mitten im Stadtteil. Dazu gehören die Gruben-Tagesanlage mit dem historischen Gebäude-Ensemble, die benachbarte Halde und weitere Areale, insgesamt weit über 20 Hektar. Jüngst hat die RAG nun ihr Projekt, dort einen Energiepark für die Erzeugung erneuerbarer Energien einzurichten, für wirtschaftlich nicht realisierbar erklärt (wir haben berichtet). Für Bürger und Kommunalpolitiker enttäuschend - denn damit sind bisherige Überlegungen für die Zukunft des Stadtteils hinfällig, das Planen beginnt von vorn.

Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU) hat sich nun an den saarländischen Wirtschaftsminister Heiko Maas (SPD) gewendet. In seinem ausführlichen Brief, der der SZ vorliegt, äußert er die Befürchtung, dass durch neue Gutachten und das Verfahren des Abschluss-Betriebsplanes Umsetzungen auf die lange Bank geschoben würden und "dass der Stillstand Luisenthal dann als bedeutungslose und trostlose Industriebrache im Dauerschlaf versinken lässt".

Um dem entgegenzuwirken, schlägt Lorig vor, einen neuen Runden Tisch ins Leben zu rufen. Er möchte dabei anknüpfen an "die Aufbruchstimmung bei der regionalen Strukturkonferenz", die 2004 zusammentrat, und "alle für Luisenthal wichtigen Entscheidungsträger, zum Beispiel RAG, Land, Stadt, Deutsche Bahn" ins Boot holen.

In diesem Zusammenhang sei auch zu überlegen, "ob Teile der Gelder, die das Land für die bergbauliche Restrukturierung von der RAG erhält, in den Standort Luisenthal investiert werden können". Lorig fragt außerdem, "warum ein Neubau des RAG-Montan-Immobilien-Verwaltungsgebäudes ausgerechnet in Ensdorf, einem laut Gutachten ‚Nicht-Premiumstandort', errichtet wird". Es sei aus seiner Sicht eine Art "Wiedergutmachung" der RAG, "wenn dieses Gebäude als Initial am Standort Luisenthal errichtet würde". Außerdem dürfe die RAG mit - auf jeden Fall nötigen - Abrissmaßnahmen nicht warten, bis der Abschluss-Betriebsplan stehe oder bis es eine endgültige Konzeption für die Neunutzung der Fläche gebe. Wichtig sei ein Signal, "dass Luisenthal als Zukunftsstandort noch eine Chance hat".

Auch Völklingens Sozialdemokraten haben sich in Sachen Luisenthal an Minister Maas gewendet. Erik Kuhn, SPD-Fraktionschef im Stadtrat, hat mitgeteilt, dass er Maas schon vorige Woche zum Vor-Ort-Gespräch eingeladen habe.