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Lorig: Noch nicht unterschriftsreif

Lorig: Noch nicht unterschriftsreif

Über eine halbe Million Euro kassierte die Stadt Völklingen übers Leader-Programm für den Marktplatz in Ludweiler. Weitere Vorhaben gibt es genügend, doch zunächst muss einmal Geld im Haushalt stehen.

Die Stadt Völklingen hat bereits kräftig vom Leader-Förderprogramm der EU profitiert. Für die Umgestaltung des Marktplatzes in Ludweiler gab es bei Gesamtkosten von rund 915 000 Euro eine Zuwendung in Höhe von über einer halben Million Euro. Für einen neuen Brunnen in Ludweiler gab es immerhin noch über 18 000 Euro.

Aussicht auf Turm?

Nun geht die Stadt mit dem Projekt "Aussichtspunkt am ehemaligen Ehrenmal am Naturfreundehaus Ludweiler" in eine neue Förderrunde. Das so genannte Warndt-Ehrenmal, das an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges erinnerte, war 1947 abgerissen worden. Nun soll hier ein Aussichtsturm entstehen. Planung und Kosten sollen sich aus einem Architektenwettbewerb ergeben. Für Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU) ist dies jedenfalls "eines der zentralen Objekte, das aus Völklinger Sicht angegangen werden muss".

Dies dürfte sich dann bereits auf der Ebene des Zweckverbandes Regionalentwicklung Warndt (siehe "Hintergrund") bewegen. Dieser Dreierbund Völklingen-Großrosseln-Regionalverband ist grundsätzlich beschlossene Sache, auch wenn Unterschriften ausstehen. Es muss nämlich auch Geld fließen, und Oberbürgermeister Lorig hat bereits auf Nachfrage von Stadtratsmitglied Manfred Jost (Grüne) verdeutlicht: "In der Zeit des nicht genehmigten Haushaltes sind solche Verträge nicht abschließbar." Und mit dem Völklinger Haushaltsplan für 2013/2014 ist frühestens im September zu rechnen.

Zudem sind zu jeder Leader-Förderung auch Eigenmittel zu erbringen. Deshalb müssten die zuständigen Gremien des Stadtrates zuvor über jedes Projekt einzeln beschließen, bestätigte Lorig auf Frage von Stefan Rabel (CDU).

Zumindest beim Architektenwettbewerb am Warndt-Ehrenmal (Kostensatz 33 000 Euro) soll der städtische Eigenanteil über Arbeitsstunden im Rathaus abgestottert werden. Dies geht aus einer von der Stadtverwaltung vorgelegten Übersicht mit dem Titel "Laufende Projekte unter Beteiligung der Stadt Völklingen" hervor. Bei anderen Vorhaben muss dagegen richtig Bargeld her: insgesamt 216 000 Euro bei einer erhofften Gesamtförderung von 314 000 Euro. Die, wie es in Klammern heißt, jeweils "beantragt" ist.

Noch auf Wunschliste

Auf dieser Antrags-Wunschliste stehen Projekte im Umfang von über einer halben Million Euro. Dazu gehören ein Multifunktionsfeld in Lauterbach (143 000 Euro), die Neugestaltung des Paulinusplatzes und des Umfelds des Warndtdoms in Lauterbach (129 000 Euro), ein historischer Weg und die Aufwertung des Hugenottenfriedhofes als parkähnliche Grünanlage in Ludweiler (126 000 Euro), ein Anbau ans Backhaus in Lauterbach (44 000 Euro) und ein Brunnen am Glashüttenplatz in Lauterbach (33 000 Euro).

Zum Thema:

HintergrundIm Zweckverband Regionalentwicklung Warndt wollen die Gemeinde Großrosseln, die Stadt Völklingen und der Regionalverband Saarbrücken künftig gemeinsam das Leader-Förderprogramm in der Region betreuen. Völklingen und Großrosseln sollen sich an der laufenden Finanzierung des Zweckverbandes jährlich mit jeweils mindestens 4000 Euro beteiligen, der Regionalverband soll mindestens 2000 Euro beisteuern. red