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Long-Covid-Studie: Sterberisiko nach Corona-Erkrankung deutlich erhöht

Long-Covid bedeutet nicht nur Erschöpfung : Sterberisiko nach Corona-Erkrankung deutlich erhöht

In einer neuen US-Studie wurden die Daten von über 70.000 Corona-Infizierten ausgewertet – es gibt aber auch Kritik an den Schlussfolgerungen.

Menschen, die sich mit dem Corona-Virus infiziert hatten, können noch monatelang mit den Folgen zu kämpfen haben: Sie können unter Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit oder Erschöpfung leiden – Long-Covid heißt dieses Phänomen. Jetzt haben Wissenschaftler in den USA herausgefunden, dass Menschen nach einer Corona-Infektion noch monatelang danach sogar ein höheres Sterberisiko aufweisen als Menschen ohne Corona-Infektion.

Corona-Infektion: Daten von 70 000 Menschen analysiert

Für die Studie, die in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht wurde, wurden 73 000 Menschen, bei denen die Krankheit einen milden bis moderaten Verlauf (keine Person musste im Krankenhaus behandelt werden) genommen hatte, untersucht. Die Studie ist Angaben der Autoren zufolge die bislang umfangreichste Analyse, die sich dem Thema Long-Covid widmet.

Ergebnis: Das Sterberisiko bis sechs Monate nach der Corona-Infektion war um 60 Prozent höher als bei Nicht-Infizierten. 2,3 Prozent der 73 345 Patienten (also 1672) starben im Zeitraum zwischen einem und sechs Monaten nach der Infektion.

Corona-Studie nicht repräsentativ?

Allerdings gibt es Kritik an der Repräsentativität der Studie. Sie basiert auf Daten von US-Veteranen, die im Mittel 61 Jahre alt waren – einen Hälfte also  jünger, eine älter als 61 Jahre. 88 Prozent der Personen waren männlich, 70 Prozent weiß. Auch sei nicht klar, wodurch genau die Corona-Infizierten in den ein bis sechs Monaten danach gestorben seien. Der Effekt von Medikamenteneinnahme sei ebenso nicht in die Analyse miteingeflossen.

Corona-„Grundimmunität“ erreichbar

Durch die Impfungen kann Corona nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) absehbar nicht ausgelöscht werden. Corona werde sich als Virus etablieren, mit dem man umgehen könne. Eventuell werde es sich saisonal immer wieder stärker verbreiten. RKI-Vize Lars Schaade meinte, eine „Grundimmunität“ sei erreichbar. Es werde auch Gruppen geben, die nicht geimpft werden könnten oder wollten oder bei denen Impfungen wegen Vorerkrankungen nicht so stark anschlügen.