1. Saarland

Lobgesang auf 300 Jahre

Lobgesang auf 300 Jahre

Bous. Andreas Hoffmann, Kantor an St. Peter Bous und St. Marien Ensdorf sowie Leiter des Männerchors 1874 Diefflen hatte alle drei Chöre zusammengestellt und sich mit den Living Voices Bous weitere Verstärkung geholt. Im Mittelpunkt stand die Symphonie Nr.2 in B-Dur op. 52 von Mendelssohn-Bartholdy, die "Symphonie-Kantate"

Bous. Andreas Hoffmann, Kantor an St. Peter Bous und St. Marien Ensdorf sowie Leiter des Männerchors 1874 Diefflen hatte alle drei Chöre zusammengestellt und sich mit den Living Voices Bous weitere Verstärkung geholt. Im Mittelpunkt stand die Symphonie Nr.2 in B-Dur op. 52 von Mendelssohn-Bartholdy, die "Symphonie-Kantate". Ihre Einmaligkeit besteht im Hinblick auf die Abweichung von der Gattungstradition Symphonie.Diesem Opus vorangestellt wurde César Francks Psalm 150 für Klarinette, Chor, Orgel und Orchester. Ein anspruchsvolles Werk, das Dur- und Moll-Wechsel, gehäufte Chromatik und mediantische Akkordverbindungen beinhaltet. Leider wurde der ohnedies stimmgewaltige Chor, der trotz Tempi- und Dynamikvariationen deutlich artikulierte, stellenweise vom Symphonieorchester des Landkreises Saarlouis übertönt. Lukas Schmidt an der Orgel hatte ebenfalls Mühe, gehört zu werden. Während die Klarinette sauber intonierte, patzte das Blech.

Auch in den ersten drei instrumental-symphonischen Sätzen der Symphonie-Kantate zeigte sich Andreas Hoffmann als einfühlsamer Dirigent, der die Mendelssohnsche Mischung von Triumphmarsch und Klangsinnlichkeit stimmig herausarbeitete. Dem Komponisten ging es um die Idee eines religiösen "Lobgesangs", der sich vom Orchester in den Chor und dann in die Solo-Stimmen fortbewegt und weiterentwickelt: "Du verstehst schon, dass erst die Instrumente in ihrer Art loben und dann der Chor und die einzelnen Stimmen", schrieb er an einen Freund.

Nicht ganz harmonisch gelang der Einstieg in den zweiten Satz mit Chor und Solisten. Auch hier wie im Schlusschor agierte das Orchester übereifrig, so dass Chor und instrumentale Begleitung auseinanderdrifteten. Sehr schön der Einsatz von Anne Kathrin Fetik, die mit ihrem strahlend-klaren Sopran auch hohe Töne (intonations-)sicher singt.

Ausdrucksvoller Gesang

Mendelssohn hat zwischen die großen, von protestantischem Ernst erfüllten Chorsätze andächtige Solistenpassagen eingefügt, die hohe Anforderungen an die Gesangskünstler stellen: Auch mit Gabriele May, Mezzo, und Manuel Horras, Tenor, hatte Hoffmann eine gute Wahl getroffen. Alle Solisten sangen ausdrucksvoll. Das Duett "Ich harrete des Herrn" erlaubte May, ihren Part kraftvoll zu gestalten und sich harmonisch mit Fetiks Stimme zu ergänzen. Deutliche Akzente setzte ebenso Horras. Gekonnt spielte er mit der Stimme, baute Spannung auf und insistierte auf der Frage, "ob die Nacht bald hin sei". Nach dieser "Orientierungslosigkeit" verlieh der Chor dem Tageslicht die nötige Strahlkraft. Hoch emotional bringt Mendelssohn mit dem evangelischen Kirchenlied "Nun danket alle Gott" von Martin Rinckart noch einmal Ruhe in das musikalische Geschehen. Im Schlusschor bauen sich erneut Klangmassen auf, die in der Reprise von "Alles, was Odem hat, lobe den Herrn, Halleluja!" (Psalm 150) gipfeln.