1. Saarland

Literarisches Menü mit lauter leckeren Sachen von "Dahemm"

Literarisches Menü mit lauter leckeren Sachen von "Dahemm"

Limbach. Die Saarländer lassen auf ihre Küche nichts kommen. Hoorige, Gefillde, die gud Supp - was saarländische Köchinen und Köche auf die Teller zaubern, das hat kulinarisches Gewicht, auch jenseits der Landesgrenzen

Limbach. Die Saarländer lassen auf ihre Küche nichts kommen. Hoorige, Gefillde, die gud Supp - was saarländische Köchinen und Köche auf die Teller zaubern, das hat kulinarisches Gewicht, auch jenseits der Landesgrenzen. Dabei sind es eben die traditionellen Gerichte, die über Generationen weiter gegeben werden, immer aber auch mit der Gefahr behaftet, dass so manches Küchengeheimnis mit seinem Besitzer den Weg alles Irdischen geht. Dem hat Gudrun Jung-Jacob einen Riegel vorgeschoben, ihr Werk "Gerichte von Dahemm" ist ein lukulisches Tagebuch des täglichen Lebens mit der saarländischen Küche, am vergangenen Samstag verlieh sie zusammen mit Eva Roth von Eva's Restaurant in Limbach und Yasmin Hahn vom Limbacher Antiquariat Hahn den geschriebenen Zeilen bei einem Drei-Gänge-Menü und zahlreichen Gesprächen in Eva's Restaurant dreidimensionale Tiefe. Jung-Jacobs Weg von der erfahrenen saarländischen Köchin hin zur Buchautorin begann mit einigen Nachfragen der eigenen Kinder. "Meine Tochter hat mich darum gebeten, alles aufzuschreiben, was ich täglich koche." Der Clou in ihrem Werk: Wo andere Kochbücher sich oft in der Beschreibung der einzelnen Schritte hin zum angenehm gefüllten Magen mit Details zurückhalten, lässt Gudrun Jung-Jacob in ihren Rezepten keinen Zweifel aufkommen, wann was wie genau wo gemacht werden muss. Buchhändlerin Yasmin Hahn, eine der drei Aktiven des vergangenen Samstags, lässt keinen Zweifel aufkommen, dass das Kochbuch aus ihrer Sicht nicht ohne Widerhall bei der Leserschaft sein wird. "Ich bin mir sicher, dass Gudrun Jung-Jacob damit einen Volltreffer gelandet hat. Der Trend geht eindeutig zurück zu 'Mutters Küche' und gerade junge Menschen fragen sich zunehmend, was passiert, wenn die Gerichte aus Mutters Küche in Vergessenheit geraten." Auch Gudrun Jung Jacob ist überzeugt, dass die junge Generation sehr interessiert ist an den guten alten saarländischen Gerichten. "Und dieses Interesse ist im gleichen Maße bei jungen Frauen wie bei jungen Männern zu finden." Auch Eva Roth bestätigt diese Einschätzung. "Man muss keine Angst haben, dass die jungen Leute das Interesse an der heimischen Küche verlieren." Sie ordnet die saarländische Art des Essens mit drei Attributen ein. "Wir kochen herzhaft, sehr wohlschmeckend und, und das ist ganz wichtig, mit dem, was da ist." Am Ende ist es für alle drei das Bodenständige, dass die saarländische Küche ausmacht. Gudrun Jung-Jacob: "Was sich wirklich durchsetzt, das ist jahreszeitliches Kochen mit dem natürlichen Angebot. Gemüse, das beim Kauen noch quietscht oder der Vollkorn-Trend, das wechselt immer wieder, das sind Modeerscheinungen. Das Bodenständige aber bleibt." thw