Linke attackiert Storm-Pläne für ehrenamtliche Pflege

Saarbrücken. Die Linksfraktion hält die Pläne von Sozialminister Andreas Storm (CDU), zur Deckung des steigenden Pflegebedarfs vermehrt auf Ehrenamtliche zurückzugreifen, für "ungeheuerlich"

Saarbrücken. Die Linksfraktion hält die Pläne von Sozialminister Andreas Storm (CDU), zur Deckung des steigenden Pflegebedarfs vermehrt auf Ehrenamtliche zurückzugreifen, für "ungeheuerlich". Die Linken-Abgeordnete Astrid Schramm erklärte gestern, es könne nicht sein, dass für diese gesetzliche Aufgabe Ehrenamtliche herhalten müssten und mit "einem Appel und einem Ei" abgespeist würden. Qualitätsanforderungen spielten für Storm offenbar keine Rolle. Es zeige sich nun der Irrweg der Schuldenbremse. Schramm fügte ironisch hinzu, bald werde die Regierung wohl auch über ehrenamtliche Lehrer, Krankenpfleger und Polizisten diskutieren.Storm hatte tags zuvor erklärt, dass Netzwerke von Ehrenamtlichen einen Anteil an der Deckung des steigenden Pflegebedarfs leisten sollten. Diese sollten durch finanzielle Anreize wie Steuererleichterungen oder Zuschüsse dazu motiviert werden. "Nicht alles ist durch die sozialen Sicherungssysteme leistbar", sagte Storm. Dem pflichtete der Landesseniorenbeauftragte Gerhard Ballas bei. Zwar könnten solche Pflegenetzwerke auf hauptamtliche Kräfte nicht verzichten. Ältere Menschen seien aber grundsätzlich dazu bereit, sich ehrenamtlich einzubringen, wenn die "Anerkennungskultur" stimme.

Die Saarländische Pflegegesellschaft (SPG) sprach sich untredessen gegen eine Verkürzung der Ausbildung in der Altenpflege für Arbeitslose mit Vorkenntnissen von drei auf zwei Jahre aus, wie sie die Bundesagentur für Arbeit nach eigenen Angaben derzeit plant. Dies wäre ein Schritt in die falsche Richtung, warnte SPG-Chef Harald Kilian. Offenbar sei dieses Vorhaben unter Kostenaspekten entstanden. nof