Licht bringen wie St. Martin Die Martinsumzüge im Landkreis auf einen BlickDie Legende vom heiligen Martin

Licht bringen wie St. Martin Die Martinsumzüge im Landkreis auf einen BlickDie Legende vom heiligen Martin

Merzig. Die Flammen lodern, steigen zum Himmel, verflüchtigen sich - um das Feuer scharen sich Kinder wie Erwachsene. Am Martinstag, dem Donnerstag kommender Woche, wird auf dem Gustav-Regler-Platz in Merzig das Martinsfeuer entzündet. Der 11. November ist der Feiertag zum Gedenken des heiligen Martin von Tours, der einst seinen Mantel mit einem Bettler geteilt haben soll

Merzig. Die Flammen lodern, steigen zum Himmel, verflüchtigen sich - um das Feuer scharen sich Kinder wie Erwachsene. Am Martinstag, dem Donnerstag kommender Woche, wird auf dem Gustav-Regler-Platz in Merzig das Martinsfeuer entzündet. Der 11. November ist der Feiertag zum Gedenken des heiligen Martin von Tours, der einst seinen Mantel mit einem Bettler geteilt haben soll. Das Martinsfeuer wird als Symbol verstanden: Es bringt Licht in das Dunkle, wie seinerzeit die gute Tat Martins das Erbarmen Gottes in die Dunkelheit der Gottesferne brachte.

"Beim Merziger Martinsumzug, den die Kolpingfamilie Merzig veranstaltet, ziehen Kinder zum Gedenken mit Laternen vom Kindergarten St. Peter über die Fußgängerzone in der Poststraße zum Gustav-Regler-Platz, begleitet von einem auf einem Schimmel sitzenden und als römischer Soldat verkleideten Reiter, der mit einem roten Mantel den Heiligen Martin darstellt", erläutert Günter Bleistein. Die SZ hat sich mit dem Vorsitzenden der Merziger Kolpingfamilie über die Vorbereitungen zum diesjährigen Umzug unterhalten. "Am Martinsfeuer, das wir auf dem Gustav-Regler-Platz entzünden, erhält jeder Laternenträger eine Brezel, gestiftet vom Ortsrat Merzig", sagt Bleistein. Der heilige Martin wird das Feuer auf seinem Pferd einige Male umrunden, so dass alle Mitläufer und Zaungäste ihn sehen können. "Wenn dann auch die Kinder einmal mitreiten dürfen, ist das sicher ein Höhepunkt", so der Kolpingvorsitzende.

Die Musik zum Marsch durch die Innenstadt übernimmt das Freie Fanfarencorps Kammerforst. Auch wenn das Fanfarencorps in den vergangenen Jahren verlässlicher Partner war, frage Bleistein auch hier vor dem Feiertag rechtzeitig an. Die Vorbereitung des Umzugs, wie auch in vielen anderen Gemeinden des Grünen Kreises üblich, fängt etwa vier Wochen vor dem Martinstag an. "Die Verkehrssicherung übernehmen wir selbst mit zwei Mann vor und hinter dem Zug, die eine Fackel tragen. Auch bekommt die Ortspolizeibehörde eine Mitteilung und kann entscheiden, selbst zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen. Das ist auch bei anderen Prozessionen so üblich", führt Bleistein aus.

Ihre bunten Lampions und Laternen basteln die Kinder in den Tagen vorher in Kitas, Kindergärten, Bastelgruppen oder zuhause. "Die Kindergärten veranstalten am Wochenende vor St. Martin auch eigene Feste, daher können die Kinder bei unserem Umzug dann noch einmal laufen und müssen nicht traurig sein", richtet sich Bleistein an die Kinder und ihre Eltern. Es geht bei der Martinsfeier aber nicht nur um den Lichterglanz der selbstgebastelten Laternen, sondern auch um die christliche Botschaft: "Wir wollen nicht polarisieren und nur das katholische Brauchtum hochhalten, jeder kann zu dem Umzug kommen und mitmachen", erläutert Bleistein.

Klaus Künhaupt, Pfarrer in der evangelischen Kirchengemeinde Merzig, sieht es ähnlich: "Selbstverständlich teilen wir die christliche Botschaft des Teilens, die hinter dem heiligen Martin steht, zumal die protestantische Kirche das Heiligen-Brauchtum ja nicht pflegt."

Die Kolpingfamilie lege Wert darauf, dass neben der Botschaft des Teilens und der Nächstenliebe auch die geschichtliche Bedeutung des Martinstages den Kindern, aber auch den Erwachsenen, bewusst wird: "Am 11. November wird zum einen die Karnevalssession eingeläutet, andererseits wurden früher an diesem Tag auch die Mägde und Knechte von ihrem Lohnherrn entweder belohnt und weiterbeschäftigt oder entlohnt und entlassen. Die Bezahlung erfolgte häufig in Naturalien, beispielsweise einer Gans." Beckingen:

Beckingen, 13. November, 17.30 Uhr;

Düppenweiler, 11. November, 17.45 Uhr;

Erbringen: 11. November, 18 Uhr;

Hargarten: 10. November, gegen 17.30 Uhr;

Haustadt: 11. November, 18 Uhr;

Honzrath: 10. November, 17.30 Uhr;

Oppen: 10. November, 17.30 Uhr;

Reimsbach: 11. November, 18 Uhr;

Saarfels, 12. November, 18 Uhr.

Losheim am See:

Bachem, 10. November, 18.30 Uhr;

Bergen, 12. November, 17.30 Uhr;

Britten, 12. November, 18 Uhr;

Hausbach, 13. November, 17.30 Uhr;

Losheim, 11. November, 18 Uhr;

Mitlosheim, 11. November, gegen 18 Uhr;

Niederlosheim, 7. November, 18.30 Uhr;

Rimlingen: 12. November, 18 Uhr;

Rissenthal, 11. November, 18 Uhr;

Scheiden, 11. November, gegen17.30 Uhr;

Wahlen, 12. November, 17.30 Uhr;

Waldhölzbach, 13. November, gegen 17.30 Uhr.

Merzig:

Ballern, 10. November, 18 Uhr;

Besseringen, 11. November, 17 Uhr;

Bietzen/Harlingen, 11. November, 18 Uhr;

Brotdorf, 12. November, 17.45 Uhr;

Büdingen, 10. November, 18.30 Uhr;

Fitten, 11. November, 18 Uhr;

Hilbringen, 10. November, 17.30 Uhr;

Mechern, 13. November, 18 Uhr;

Menningen, 10. November, 18 Uhr;

Merchingen, 11. November, 18 Uhr;

Merzig, 6. November, 18.30 Uhr (Kindergarten St. Peter) sowie 11. November, 18 Uhr (Kolpingfamilie);

Mondorf, 11, November, gegen 18 Uhr;

Schwemlingen, 11. November, 17.30 Uhr;

Silwingen, 12. November, 18 Uhr;

Weiler, 12. November, 18 Uhr;

Wellingen, 10. November, 17.30 Uhr.

Mettlach:

Bethingen, 13. November, 18 Uhr;

Dreisbach, 11. November, 18 Uhr;

Faha, 12. November, 17.45 Uhr;

Mettlach, 11. November, 17.30 Uhr;

Nohn, 14. November, gegen 18 Uhr;

Orscholz, 11. November, 18 Uhr;

Saarhölzbach, 10. November, 18 Uhr;

Tünsdorf, 8. November, 18 Uhr;

Wehingen, 11. November, 18 Uhr;

Weiten, 12. November, 12. November, gegen 18 Uhr.

Perl:

Besch, 11.November, gegen 19 Uhr;

Borg, 11. November, 18 Uhr;

Büschdorf, 8. November, 18 Uhr (in Tünsdorf);

Eft-Hellendorf, 12. November, 18 Uhr;

Keßlingen/Münzingen/Oberleuken, 12. November, 18 Uhr;

Nennig, 6. November, 18 Uhr;

Oberperl/Perl/Sehndorf, 12. November, 18 Uhr;

Sinz, 13. November, 18 Uhr;

Tettingen-Butzdorf/Wochern, 12. November, 18 Uhr.

Wadern:

Bardenbach, 13. November;

Büschfeld, 12. November, 18.15 Uhr;

Dagstuhl, 13. November, 18 Uhr;

Krettnich/Lockweiler, 10. November, 17.30 Uhr;

Löstertal, 13. November, 13. November, 17 Uhr;

Morscholz, 14. November;

Noswendel, 11. November, 17.30 Uhr;

Nunkirchen, 12. November, 18 Uhr;

Steinberg, 13. November, 17.30 Uhr;

Wadern, 7. November, 17.30 Uhr;

Wadrill, 12. November, 17 Uhr.

Weiskirchen:

Konfeld, 12. November, 17.30 Uhr;

Thailen, 11. November, 18.30 Uhr;

Rappweiler, 12. November, 17 Uhr;

Weierweiler, 12. November, 18.30 Uhr;

Weiskirchen, 11. November, 17.30 Uhr. hcrMerzig. Das Martinsfest geht auf Martin von Tours zurück. Der Bischof von Tours wurde um das Jahr 316 in Savaria in der römischen Provinz Pannonien - im heutigen Ungarn - geboren. Er starb am 8. November 397 in Candes bei Tours in Frankreich. Er ist einer der bekanntesten Heiligen der katholischen Kirche. Martinus, so sein lateinischer Name, wird auch in der evangelischen, anglikanischen und orthodoxen Kirche geachtet.

Die Jugend verbrachte er in Pavia in Oberitalien, wo er erstmals mit dem Christentum in Berührung kam. Martin beugte sich dem Ansinnen seines Vaters, und schlug eine Militärlaufbahn ein. Ab 334 war er Soldat der Kaiserlichen Garde in Amiens. Die Gardisten trugen über dem Panzer die "Chlamys", einen weißen Überwurf aus zwei Teilen, der im oberen Bereich mit Schaffell gefüttert war. In fast allen Kunst-Darstellungen wird er allerdings mit einem roten Offiziersmantel (lateinisch: Cappa) abgebildet.

An einem Tag im Winter begegnete Martin am Stadttor von Amiens einem armen, unbekleideten Mann. Außer seinen Waffen und seinem Militärmantel trug Martin nichts bei sich. In einer Tat aus Barmherzigkeit teilte er seinen Mantel mit dem Schwert und gab eine Hälfte dem Armen. In der Nacht erschien ihm nach der Überlieferung im Traum Christus, bekleidet mit dem halben Mantel. Bald entsteht die Martins-Legende von Martin.

Teil dieser Feste sind auch die Martinsfeuer. Deessen Ursprung wird in den Riten der germanischen Wintersonnwendfeier und des germanischen Erntedankfestes vermutet: Ein Freudenfeuer ist zugleich auch ein reinigendes Feuer, in dem das vergangene Jahr verbrannt wird. hcr

MARTINSLIED

"St. Martin, St. Martin, St. Martin ritt durch Schnee und Wind, sein Roß, das trug ihn fort geschwind. St. Martin ritt mit leichtem Mut, sein Mantel deckt ihn warm und gut.

Im Schnee, da saß ein armer Mann, hatt' Kleider nicht, hatt' Lumpen an: "Oh helft mir doch in meiner Not, sonst ist der bitt're Frost mein Tod!"

St. Martin, St. Martin, St. Martin zieht die Zügel an, sein Roß steht still beim braven Mann. St. Martin mit dem Schwerte teilt den warmen Mantel unverweilt.

St. Martin, St. Martin, St. Martin gibt den halben still, der Bettler rasch ihm danken will. St. Martin aber ritt in Eil' hinweg mit seinem Mantelteil.

St. Martin legt sich still zur Ruh, da tritt im Traum der Herr hinzu. Der spricht: "Hab Dank, du Reitersmann, für das, was du an mir getan."

Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin sporne du uns an, dass jeder Liebe geben kann! Bring Licht in unsre dunkle Welt, dass es der Menschen Herz erhellt!

Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin mach uns hilfsbereit und lass uns teilen uns're Zeit, und mach uns immer mehr bereit, die Not zu sehen weit und breit."

Mehr von Saarbrücker Zeitung