leserbrief

StadtgeschichtePlatzbenennungstatt BronzedenkmalZum Artikel "Wer ist der Vater?" vom 14. MaiLehnchen Demuth war die Schwester meiner Ururgroßmutter. Als Namensträger hat mich immer schon deren Leben interessiert. Der Künstler des Standbildes war der Auffassung, dass zu ihrem emanzipierten Wesen auch der Mutterwunsch gehörte

Stadtgeschichte

Platzbenennung

statt Bronzedenkmal

Zum Artikel "Wer ist der Vater?" vom 14. Mai

Lehnchen Demuth war die Schwester meiner Ururgroßmutter. Als Namensträger hat mich immer schon deren Leben interessiert. Der Künstler des Standbildes war der Auffassung, dass zu ihrem emanzipierten Wesen auch der Mutterwunsch gehörte. Ich kann mir eher vorstellen, dass bei der Geburt eines nicht ehelichen Sohnes im Jahre 1851 nicht nur "eitel Sonnenschen" war, besonders nicht im Hause Marx. Dem ausgeprägten Mutterwunsch widerspricht die Tatsache, dass der Sohn nach der Geburt in die Obhut einer armen Fuhrmannsfamilie gegeben wurde und spätere Kontakte nur in Form von gelegentlichen Besuchen stattfanden. Mithin kann die Geburt nicht das prägende Ereignis für ihren Bekanntheitsgrad gewesen sein. In einem Bericht in der SZ vom 21./22.11. 1990 hat Werner Martin im Mitmenschlichen ihre wahre Größe gesehen. Die Absicht, im Jahre 1990 in St. Wendel eine Straße oder einen Platz nach Lehnchen Demuth zu benennen, stieß allgemein auf Ablehnung. Ich bin jedoch der Meinung, dass eine Platzbenennung für die Person Lehnchen Demuth würdiger gewesen wäre, als ein Bronzedenkmal, über dessen Ausführung man geteilter Meinung sein kann. Bei der derzeitig angespannten Finanzlage wäre es für die Stadt billiger geworden.

Hans Josef Demuth, Bliesen

Liebe Leserinnen, liebe Leser, wir freuen uns über Ihre Leserbriefe zur Diskussion von Themen, über die die SZ berichtet hat. Damit ein möglichst großer Leserkreis zu Wort kommen kann, müssen Zuschriften gekürzt werden. Anonyme oder fingierte Briefe sowie beleidigende Texte veröffentlichen wir nicht. Zum Abdruck von Leserbriefen sind wir nicht verpflichtet. Die Redaktion trägt die presserechtliche, aber nicht die inhaltliche Verantwortung.

Redaktion:

Telefax (0 68 51) 939 69 59, E-Mail: redwnd@sz-sb.de