1. Saarland

Lesen gehört zum neuen Lebensabschnitt dazu

Lesen gehört zum neuen Lebensabschnitt dazu

Neunkirchen. Am 23. Januar 1980 stellte die Saarbrücker Zeitung Rita Franck als neue Leiterin der Stadtbücherei Neunkirchen vor. Nach genau 33 Jahren verabschiedet sich heute Nachmittag Rita Maey, geborene Franck, von ihren Kolleginnen und beruflichen Weggefährten bei einem kleinen Umtrunk in der Stadtbücherei/Mediothek Neunkirchen

Neunkirchen. Am 23. Januar 1980 stellte die Saarbrücker Zeitung Rita Franck als neue Leiterin der Stadtbücherei Neunkirchen vor. Nach genau 33 Jahren verabschiedet sich heute Nachmittag Rita Maey, geborene Franck, von ihren Kolleginnen und beruflichen Weggefährten bei einem kleinen Umtrunk in der Stadtbücherei/Mediothek Neunkirchen. "Ich kann es kaum glauben, dass so viel Zeit vergangen ist", stellte Rita Maey gestern beim Besuch der Lokalredaktion Neunkirchen fest. Und: "Ich war immer gerne Bibliothekarin, es war immer mein Traumberuf." Jetzt heißt es Abschied nehmen von den netten Kolleginnen ("die werden mir fehlen"), aber nicht von den Büchern. Sie freue sich darauf, jetzt im Ruhestand Zeit und Muße zu haben, viel zu lesen. Vor allem das, worauf sie gerade Lust habe. Meistens englische Kriminalromane mit gesellschaftlichen Bezügen oder auch Sachbücher über regionaler Geschichte. Gelesen hat Rita Maey natürlich immer viel, allerdings beschränkte sich dies in den Anfangsjahren zeitweise auf Buchumschläge. Wie es dazu kam? Bis Anfang der 80er Jahre war die Neunkircher Stadtbücherei im Erwachsenenbereich noch eine Magazin-Bibliothek, die in der heutigen Lutherschule untergebracht war. Die Bücher standen dem Nutzer also nicht unmittelbar zur Verfügung, sondern wurden aus dem Magazin im Keller angefordert, nachdem anhand einer Buchkarte an der Theke ein Werk ausgesucht worden war. Rita Francks Aufgabe bestand nun darin, die Magazin-Bibliothek in eine Freihand-Bibliothek umzustellen. Jedes Buch musste sie in die Hand nehmen, den Buchumschlag lesen und entscheiden, in welche Kategorie das Buch eingeordnet wird beziehungsweise ob es überhaupt für die Bücherei von Wert ist. "Das war so viel Arbeit, dass mir die Neunkircher Stadtbücherei ans Herz gewachsen ist", sagt Rita Maey. Es kam der gebürtigen Dillingerin deshalb nie in den Sinn, die Arbeitsstätte und damit die Stadt zu wechseln. Zumal sie hier auch 1982 ihren späteren Ehemann kennenlernte . . .Mit dem Umzug in das ehemalige AOK-Gebäude in der Lutherstraße konnte Rita Maey auch viele ihrer Ideen umsetzen. Großen Wert legte sie stets auf die Leseförderung bei Kindern und Jugendlichen. Das trug Früchte, als die Neunkircher Stadtbücherei im Jahr 2000 als "kinder- und jugendfreundlichste Bücherei des Saarlandes" ausgezeichnet wurde. Auch an das Literaturpodium, veranstaltet mit der Kulturgesellschaft, werden sich viele Neunkircher gerne erinnern.

"Jetzt gehe ich, und es kommt der Umzug ins Bürgerhaus", meint Rita Maey fast bedauernd. "Aber dann hat die neue Leitung wenigstens eine neue Aufgabe", sagt sie schmunzelnd zum Abschied. hek

"Bibliothekarin war immer mein Traumberuf."

Rita Maey