Lernen mit "Schmuddelkindern"

Sulzbach. Die im Saarland zu diesem Schuljahr eingeführte Gemeinschaftsschule, ein Zusammenschluss von Gesamtschule und Erweiterter Realschule (ERS), hat gute Bewährungschancen, muss allerdings an sich arbeiten und vor allem von der Politik getragen und gut ausgestattet werden. Zu diesem Ergebnis kam am Mittwochabend eine Expertenrunde im Sulzbacher Salzbrunnenhaus

 Auf dem Podium des Salzbrunnenhauses: Günter Clemens, Peter Balnis und Klaus Winkel. Foto: Thomas Seeber

Auf dem Podium des Salzbrunnenhauses: Günter Clemens, Peter Balnis und Klaus Winkel. Foto: Thomas Seeber

Sulzbach. Die im Saarland zu diesem Schuljahr eingeführte Gemeinschaftsschule, ein Zusammenschluss von Gesamtschule und Erweiterter Realschule (ERS), hat gute Bewährungschancen, muss allerdings an sich arbeiten und vor allem von der Politik getragen und gut ausgestattet werden.Zu diesem Ergebnis kam am Mittwochabend eine Expertenrunde im Sulzbacher Salzbrunnenhaus. Zu der Informationsveranstaltung hatten der Deutsche Gewerkschaftsbund, Ortsgruppe Sulzbach, und die Gemeinnützige Gesellschaft Gesamtschule (GGG) eingeladen. Dieser Verband für Schulen des gemeinsamen längeren Lernens, der in Deutschland nach eigenen Angaben 3000 und im Saarland 60 Mitglieder hat, unterstützte bisher lediglich Ganztagsschulen, hat mit der Einführung der Gemeinschaftsschulen aber ein neues Betätigungsfeld gefunden. Ihm kommt es vor allem auf Bildungsgerechtigkeit an; er möchte, dass der neue Schultyp ein Erfolg wird und alle Kinder mindestens einen mittleren Bildungsabschluss erlangen.

GGG-Geschäftsführer Klaus Winkel nannte ein "Problem" der Gemeinschaftsschule, dass sie vielen als "niederes Schulsystem" gegenüber dem Gymnasium gelte. Diese Schule biete aber auch Chancen, vor allem das Abitur nach neun Jahren, das gemeinsame Lernen in Klassenverbänden und die Durchlässigkeit zwischen den Bildungsgängen.

Finanziell und personell sei die Gemeinschaftsschule bestmöglich auszustatten, die Sozialpädagogik müsse in sie "eindringen", und die Ganztagsschule sei anzustreben. GGG-Landesvorsitzender Günter Clemens, Lehrer in Dudweiler, sagte, dass die Gemeinschaftsschule vor allem die so genannte Inklusion gut zu leisten habe, verstanden als "Umgang mit Verschiedenheit". Es stellten sich ganz neue Ansprüche an Pädagogik, Didaktik, Methodik und Personal.

Peter Balnis, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, erklärte die neue Schule mit Franz Josef Degenhardts Klassiker "Spiel nicht mit den Schmuddelkindern": Die Gemeinschaftsschule sei ein Ort, wo die besagten Schmuddelkinder und das Bildungsbürgertum zusammen lernen könnten.

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