1. Saarland

Legt inhaftierter Firmenchef Geständnis ab?

Legt inhaftierter Firmenchef Geständnis ab?

In dem Prozess gegen einen seit Monaten inhaftierten Völklinger Bauunternehmer, der Kontrolleure geschmiert haben soll, wird ein Geständnis des Angeklagten erwartet. Heute beginnt die Hauptverhandlung.

Der St. Ingberter Rechtsanwalt Franz Abel fährt als Insolvenzverwalter des Völklinger Bauunternehmens in der Auseinandersetzung mit der Landeshauptstadt Saarbrücken scharfes Geschütz auf. Er wehrt sich gegen Vorwürfe, der Betrieb des inhaftierten Firmenchefs habe bei dem Vorzeigeprojekt Berliner Promenade und der Freitreppe am Saarufer Pfusch abgeliefert. Über einen Saarbrücker Fachanwalt für Baurecht hat Abel der Landeshauptstadt jetzt eine Frist bis zum 20. November setzen lassen. Bis dahin sollen offene Rechnungen über mehr als 1,3 Millionen Euro bezahlt werden.

Abel, der betont, er vertrete die Interessen der Gläubiger des Betriebes und nicht die des Ex-Firmenchefs, sagte gegenüber der SZ: "Nach unseren Recherchen gehen wird davon aus, dass gravierende Planungsfehler und keineswegs Fehler bei der Ausführung für die Probleme bei der Freitreppe ursächlich sind." Das vorgegebene System mit abgeschrägten Winkelstufen müsse zwangsläufig zu Problemen führen. Dazu sei ein Gutachten in Arbeit.

Aus dem Brief des Fachjuristen ergibt sich, dass Stadt und Planer über 40 Nachträge für die Promenade in Auftrag gegeben haben. Nach SZ-Informationen soll etwa eine erforderliche Brücke über den in die Saar mündenden Sulzbach vergessen worden sein.