Leerstände beleben statt Neubaugebiete fördern

Leerstände beleben statt Neubaugebiete fördern

Theley. "Leben, Arbeiten und Wohnen am Fuße des Schaumberges", das ist das Leitbild eines Dorfentwicklungskonzeptes für Theley. Die Firma Argus concept hat dieses Konzept im Auftrag der Gemeinde erarbeitet. In der jüngsten Ratssitzung stellte es Jens Reiter vor. Einstimmig sprach sich der Rat für die Umsetzung aus

Theley. "Leben, Arbeiten und Wohnen am Fuße des Schaumberges", das ist das Leitbild eines Dorfentwicklungskonzeptes für Theley. Die Firma Argus concept hat dieses Konzept im Auftrag der Gemeinde erarbeitet. In der jüngsten Ratssitzung stellte es Jens Reiter vor. Einstimmig sprach sich der Rat für die Umsetzung aus. "Damit haben wir eine gute Planungsgrundlage für die nächsten Jahre", sagte Bürgermeister Hermann Josef Schmidt (CDU). Das Planungsbüro hat zunächst die aktuelle Situation in Theley untersucht. Was die Siedlungsstruktur angeht, so sieht das Unternehmen Vorteile in der guten Verkehrsanbindung, aber auch in der historischen Bausubstanz. Ein Nachteil sind wie in vielen Dörfern Leerstände. In Zukunft solle man den Ortskern aufwerten, Baugebiete am Ortsrand vermeiden und stattdessen Lücken im Dorf schließen, so der Vorschlag der Experten.Die Ortseinfahrten sind nach Angaben von Argus keine Visitenkarten für Tholey und sollten umgestaltet werden. Bei der Bausubstanz der Häuser gibt es an einigen Gebäuden Modernisierungssünden. Was die Nutzungen im Ort angeht, so lobt das Gutachten das Angebot an Kindergarten und Schulen, an Freizeit und kulturhistorischen Gebäuden wie die Johann-Adams-Mühle. Die Grundversorgung der Menschen sei verbesserungswürdig. Negativ aufgefallen sind auch fehlende öffentliche Freiflächen im Ortskern.Aus dieser Beurteilung heraus hat Argus concept ein Dorfentwicklungskonzept mit sechs Schwerpunkten erarbeitet. Zum einen die Schaffung eines Dorfplatzes in der Ortsmitte als langfristiges Vorhaben. Dazu müssen private Flächen und ein Wohnhaus gekauft werden. Die Zufahrt soll über die Primsstraße erfolgen. Geplant ist hier auch, dass die Theel in diesem Bereich wieder ihr natürliches Bett erhält. Zum Zweiten geht es um die so genannte Nachverdichtung "In Reisten". Hier könnten mittelfristig zehn neue Bauplätze erschlossen werden. Dazu müsste die Gemeinde private Flächen ankaufen, das ehemalige Kino soll abgerissen werden.Zum Dritten geht es um den Bau eines Seniorenhauses. Bauträger ist die Stiftung Hospital St. Wendel. Beim vierten Vorschlag handelt es sich um die Erweiterung des Wasgaumarktes in der Primstalstraße. In der Unteren Primstalstraße sollen sanierungsbedürftige Gebäude verschwinden und neue Parkplätze entstehen. Und schließlich schlägt Argus concept auch die Umgestaltung des Kirchenumfeldes vor. Dort könnte die Parksituation verbessert werden und ein Treffpunkt entstehen. vf

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