1. Saarland

Lebenshilfe hat ehrgeizige Pläne

Lebenshilfe hat ehrgeizige Pläne

St. Wendel. "Die Erfolgsgeschichte der Lebenshilfe in St. Wendel geht weiter. Alle unsere Einrichtungen sind zu 100 Prozent ausgelastet", sagte Sigrid Morsch, Vorsitzende der Lebenshilfe St. Wendel bei der Mitgliederversammlung in der Lebenshilfe-Kulturhalle im Rückblick auf das vergangene Jahr. Allerdings hat die Lebenshilfe auch große Sorgen

St. Wendel. "Die Erfolgsgeschichte der Lebenshilfe in St. Wendel geht weiter. Alle unsere Einrichtungen sind zu 100 Prozent ausgelastet", sagte Sigrid Morsch, Vorsitzende der Lebenshilfe St. Wendel bei der Mitgliederversammlung in der Lebenshilfe-Kulturhalle im Rückblick auf das vergangene Jahr. Allerdings hat die Lebenshilfe auch große Sorgen. "Täglich kommen Leute zu uns, die dringend um einen Platz im Wohnheim oder in der Tagesförderstätte für ihre behinderten Kinder bitten. Die meisten müssen wir enttäuschen, da unsere Kapazitäten erschöpft sind. Eigentlich müssten wir expandieren, aber das ist ein politisches Problem", stellte Sigrid Morsch fest und wünscht sich mehr Verständnis bei der Politik für die Nöte und Sorgen geistig oder körperlich behinderter Menschen. Im Jahr 2007 betreute die Lebenshilfe St. Wendel im Landkreis St. Wendel, in Kusel und Merzig 1027 Menschen. Dies waren 40 Menschen mehr als im Vorjahr, was die weiter steigende Nachfrage nach Betreuungsleistungen dokumentiert. 141 Personen wurden in den Wohnstätten in St. Wendel, 318 in den Frühförderstellen in St. Wendel und Merzig, 110 in der Familienhilfestelle und 88 in der Tagesförderstätte betreut. Neu begonnen hat man 2007 in St. Wendel mit dem Ausbildungsplatz-Coaching und dem Lernbehinderten-Projekt für Jugendliche und junge Heranwachsende. Hier kooperiert man mit Unternehmen in der Region, der Agentur für Arbeit, saarländischen Ministerien und Kammern sowie der Globus-Stiftung. Vor dem Hintergrund eines zunehmend komplexer werdenden Sozialmarktes hat die Lebenshilfe für 2008 und die kommenden Jahre ehrgeizige Pläne. Einen Schwerpunkt will man in den stark frequentierten Familienhilfezentren in den Landkreisen St. Wendel, Kusel und Merzig-Wadern setzen, die weiter ausgebaut werden sollen. Auf dem Gelände der Lebenshilfe in der Werkstraße plant man den Neubau des Integrativen Kindergartens und will man die Betreuungskapazitäten in der Tagesförderstätte ausbauen. "Ein Traum", so Sigrid Morsch, wäre der Bau eines Wohnheimes für alte, behinderte Menschen in St. Wendel.Applaus für Sigrid MorschBei der Neuwahl der Vorstandes kandidierte Sigrid Morsch aus persönlichen Gründen nicht mehr. Ein langer, kräftiger Applaus seitens der Mitglieder und ein bunter Blumenstrauß von der Geschäftsleitung "entschädigte" sie und die anderen ausscheidenden Vorstandsmitglieder Klaus Kunz, Horst Schreiter und Eva Kleiber für jahrelanges, ehrenamtliches Engagement für die Belange benachteiligter Menschen in St. Wendel. Einstimmig zum neuen Vorsitzenden wurde Minister Karl Rauber gewählt. Er versprach vollen Einsatz für den Verein: "Als langjähriger Freund der Lebenshilfe habe ich gerne kandidiert. Wir brauchen eine noch stärkere Akzeptanz für unsere Anliegen in der Öffentlichkeit und Menschen, die tatkräftig mitarbeiten für die Ziele unseres Vereins." Landrat Udo Recktenwald hatte zuvor in seinem Grußwort weitere Unterstützung zugesagt: "Ich will Partner benachteiligter Menschen sein. Dies ist ein wichtiger Mosaikstein meiner Arbeit. Die Lebenshilfe leistet eine hervorragende Arbeit und hat dafür gesorgt, dass behinderte Menschen in der Mitte der Gesellschaft stehen, nicht mehr am Rande." red

Auf einen BLickDer neue Vorstand: Vorsitzender: Karl Rauber, Marpingen; 2. Vorsitzender: Andreas Veit, Gonnesweiler; Schatzmeister: Hans-Josef Scholl, Namborn; Schriftführer: Rudi Schmidt, Oberthal; Beisitzer: Angela Hartmann, Anette Federkeil, Gerhard Köpcke, Werner Müller,Erich Weil. red