Lebach startet mit Pilotprojekt für Intelligentes Wohnen

Intelligentes Wohnen : Mit neuer Technik länger selbstbestimmt leben

Bis zu 10 000 Häuser im Saarland sollen intelligent vernetzt werden. Am Mittwoch ging das Projekt für ältere Menschen an den Start.

Ein längeres selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden: Dies möchte das saarländische Netzwerk für „Alltagsunterstützende Assistenz-Lösungen“ (AAL) mit seinem Technikprojekt „Intelligente Vernetzung im Saarland“ (Invisa) erreichen. Wie das aussehen kann, zeigten die Projektpartner am Dienstag anhand einer Pilotwohnung in Lebacher-Niedersaubach.

In dem digital vernetzten Haus melden verschiedene Sensoren etwa ob Türen und Fenster geschlossen sind, oder schalten automatisch das Licht im Dunkeln ein, um die Bewohner vor Stürzen zu bewahren. All dies kann über ein Smartphone oder Tablet-PC gesteuert werden, wie Frank Füsser vom Projektpartner BeHome, das für die Einrichtung der Technik verantwortlich war, erklärte. Zudem können die Bewohner schnell Kontakt mit dem Hausarzt über eine Televisite, dem digitalen Arztbesuch, aufnehmen.

„Mit Lebach haben wir einen perfekten Ort für das Projekt gefunden“, sagte Füsser. Besonders die Unterstützung durch alle Projektpartner und durch die Politik vor Ort hätte zu dem erfolgreichen Start beigetragen.

Auch Wirtschafts-Staatsekretär Jürgen Barke (SPD) zeigte sich erfreut: „Mit Invisa geben wir älteren Menschen ein Stück Selbstständigkeit zurück.“ Neben dem sozialen Aspekt sieht Barke auch wirtschaftliches Potential in dem Projekt. Lokale Unternehmen könnten auf diese Weise ihre Leistungen per Klick anbieten und schnell kontaktiert werden. „Es ist eine Win-Win-Situation für die Unternehmen und für die älteren Saarländer“, urteilte der Staatssekretär.

Karl-Reiner Lassek, Vorstandsmitglied des AAL-Netzwerks Saar, will das Projekt weiter ausbauen. So sollen in den nächsten Monaten rund hundert weitere Wohnungen in Niedersaubach, Saarlouis und Saarbrücken digital vernetzt werden.

Nach Angaben einer Sprecherin des Wirtschaftsministeriums plane man bis zu 10 000 Wohnungen in den kommenden drei Jahren in das Projekt mit einzubinden.

Für Menschen, die weniger technikaffin sind, sei jedoch noch viel Schulungsbedarf von Nöten, merkt der Vorsitzende des Landesseniorenbeirates, Lothar Arnold, an. Dies müssten auch die Hersteller bei der Konzeption der technischen Geräte berücksichtigen.

Auch Adalbert Herrmann, der 83-jährige Bewohner der Pilotwohnung, räumt ein, dass er Probleme bei der Bedienung der Geräte habe. „Ich versuche immer weiter den Umgang mit der Technik zu üben. Die junge Generation ist damit groß geworden. Die hat es im Alter leichter damit als ich.“

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