1. Saarland

Laufen für den guten Zweck

Laufen für den guten Zweck

Die Aktion „Saarlands Beste“ der Saarbrücker Zeitung feiert in diesem Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum. Daher stellen wir in einer Serie die Jahressieger von einst vor. Heute der letzte Teil: der Jahressieger von 2012, das Organisationsteam des 24-Stunden-Solidaritätslaufes in St. Ingbert. In zehn Jahren kamen 310 000 Euro zusammen.

"Wir hatten schon Projekte quer über den ganzen Erdball, in Afrika, Rumänien, Südamerika, Sri Lanka und auch in Deutschland", erzählt Gabriele Strobel vom Organisationsteam des 24-Stunden-Solidaritätslaufes. Seit zehn Jahren findet der Solilauf in St. Ingbert statt. In dieser Zeit konnten 310 000 Euro Spendengelder gesammelt werden. Dabei wird jedes Jahr ein neues Projekt unterstützt, das anhand verschiedener Kriterien ausgesucht wird: "Es soll nachhaltig sein, es soll transparent sein und wir wollen wissen, wo das Geld hingeht. Es darf nichts für Bürokratie verloren gehen. Wir machen uns die Entscheidung nicht leicht."

Der erste Lauf fand 2006 statt. Damals sollte ein Jugendheim in Kolumbien unterstützt werden: "Unser damaliger Pfarrer Keller hatte Kontakte nach Kolumbien und hatte versprochen, 8000 Euro durch diesen Lauf zusammenzubekommen. Wir waren alle sehr nervös, ob das klappen würde." Es klappte! 200 Läufer nahmen teil und es konnten 8000 Euro gesammelt und gespendet werden. "Wir waren total happy", erinnert sich Gabriele Strobel. "Die Veranstaltung ist wirklich eingeschlagen wie eine Bombe. Im nächsten Jahr hatten wir schon 600 Teilnehmer." Die Erfolgskurve ging weiter nach oben. Im letzten Jahr nahmen 1400 Läufer am Solilauf teil. Dem Organisationsteam sei es besonders wichtig, dass die Gemeinde dabei mit eingebunden wird, sagt Strobel. Anfangs sei die Gemeinde skeptisch gewesen, doch mittlerweile seien es 100 Menschen, die beim Solidaritätslauf mithelfen.

Für ihr Engagement gewann das Organisationsteam des 24-Stunden-Solidaritätslaufes 2012 bei "Saarlands Beste". "Wir waren total überrascht, damit hatten wir wirklich nicht gerechnet", sagt Gabriele Strobel. Sie erinnere sich noch genau an den Moment, als sie als Sieger bekannt gegeben wurden: "Wir waren fassungslos und lagen uns in den Armen. Es war danach eine Woche der Glückseligkeit." Das Preisgeld wurde gesplittet und unter anderem für die Renovierung des Pfarrheims gespendet. Außerdem wurde mit dem Geld ein Seniorenfonds der Caritas für ältere hilfebedürftige Menschen in St. Ingbert gegründet.

Mittlerweile nehmen weit über 1000 Läufer an dem Solilauf teil. Beim letzten Lauf konnte so die Rekordsumme von 48 500 Euro gesammelt werden. Gespendet wurde das Geld an den Schutzengelverein in Blieskastel. Auch der nächste Lauf ist schon in Planung. Fragt man Gabriele Strobel nach ihrer Motivation, erklärt sie: "Wir sind eine lebendige Kirche. Unsere Motivation ist in erster Linie die Nächstenliebe." Es mache riesige Freude, benachteiligten Menschen zu helfen und sie zu unterstützen. Besonders berührend sei es, mit dem Solidaritätslauf sogar Leben retten zu können, wie bei ihrem Projekt in Ghana. "Mit unserem Geld bekamen Aids-infizierte Schwangere Medizin, so dass ihre Babys nicht infiziert wurden." Für das, was man gebe, bekomme man eine Menge zurück. "Die Freude, so etwas mit diesem überragenden Erfolg zu organisieren, das treibt uns an", sagt Strobel.