Lasst die unterste Schublade zu

Lasst die unterste Schublade zu

J etzt legen sie wieder los: die Narren in unserer Region. Die ersten Kappensitzungen gibt's schon morgen. Es wird den Fastnachter mit ein bisschen Witz und Esprit in der Bütt nicht schwer fallen, ihr Publikum zu unterhalten

J etzt legen sie wieder los: die Narren in unserer Region. Die ersten Kappensitzungen gibt's schon morgen. Es wird den Fastnachter mit ein bisschen Witz und Esprit in der Bütt nicht schwer fallen, ihr Publikum zu unterhalten. Denn thematisch ergiebige Monate liegen hinter uns: Wahlen, Wahlen und nochmals Wahlen mit Versprechungen, die sich ganz allmählich in Wohlgefallen auflösen, Bauer sucht Frau (oder umgekehrt), Finanz- und Wirtschaftskrise, Abwrackprämie, Hochgeschwindigkeits-Hochzeit von Boris Becker, Schweinegrippe - alles da. Bei einer solchen Fülle von Themen darf man inbrünstig darauf hoffen, dass diesmal niemand auf die Idee kommt, sich zu bücken um seine Späße aus der untersten Schublade zu fischen. Damit meine ich vor allem diejenigen Gags, die sich um die menschliche Verdauung mit all ihren Begleiterscheinungen drehen. Die sind so lustig wie eine Gallenblasen-Operation. Das breite Publikum, da bin ich mir sicher, mag solchen Klamauk nicht hören. Wir alle hoffen auf bodenständigen Mutterwitz, auf herrliche Reime rund ums pralle Leben, auf ein bisschen Niveau in manchmal niveaulosen Zeiten. Zeiten, da schon wieder fragwürdige Gestalten in den Fernseh-Container eingezogen sind und bei Dieter Bohlens Superstar-Suche Fremdschämen angesagt ist. Alles Dinge, die die Welt nicht braucht. Von guten Witzen aber kriegt man nie genug.

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