Landrat weist Kritik am Jugendamt des Saarpfalz-Kreises zurück

Missbrauchsskandal am Uniklinikum : Landrat Gallo kritisiert Staatssekretär Kolling

Kolling habe im Missbrauchsskandal der Uniklinik Homburg zu Unrecht das Jugendamt des Saarpfalz-Kreises „diskreditiert“.

 Landrat Theophil Gallo (SPD) wirft Gesundheitsstaatssekretär Stephan Kolling (CDU) vor, er habe „leichtfertig und zu Unrecht“ das Jugendamt des Saarpfalz-Kreises „diskreditiert“. Hintergrund sind Aussagen Kollings gegenüber unserer Zeitung, wonach im Skandal um die Kinder- und Jugendpsychiatrie am Universitätsklinikum Homburg die Jugendämter im Regionalverband Saarbrücken und im Saarpfalz-Kreis bereits 2013 Hinweise auf einen möglichen Missbrauchsfall hatten, darüber aber das Landesjugendamt nicht informierten.

Nach Angaben Gallos nahm 2013 ein Mitarbeiter des Jugendamtes im Regionalverband wegen eines „beratenden Fachgespräches“ im Fall eines Jugendlichen Kontakt zum Saarpfalz-Jugendamt auf. In dem Gespräch ging es angeblich um „auffälliges Verhalten“ des zwischenzeitlich verstorbenen Assistenzarztes der Uniklinik und einem jungen Klienten des Saarbrücker Jugendamtes. Das Verhalten sei damals als „grenzüberschreitend“ eingestuft worden. Strafrechtlich relevante Aspekte seien nicht festgestellt worden, weshalb vereinbart wurde, dass das zuständige Jugendamt im Regionalverband die Uniklinik „in geeigneter Weise über die Sachlage informiert“.

Gallo betont, das Jugendamt des Saarpfalz-Kreises habe hier unabhängig von Fragen der Zuständigkeit „Verantwortung im Sinne des Kinderschutzes bewiesen“. Nach der „Sach- und Rechtslage“ habe es damals keinen Anlass gegeben, das Landesjugendamt einzubinden.

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