Landgericht Saarbrücken: Vater gesteht tödliche Schüsse auf Sohn

Prozessauftakt am Saarbrücker Landgericht : Vater gesteht tödliche Schüsse auf Sohn

Zum Auftakt des Prozesses um tödliche Schüsse auf einen 29-Jährigen hat der angeklagte Vater des Toten am Mittwoch (21. August) vor dem Landgericht Saarbrücken ein Geständnis abgelegt.

Der 66-Jährige ist angeklagt, seinen Sohn am 1. Januar 2018 erschossen zu haben. Die Anklage wirft ihm Totschlag vor. Ernst S. soll den 29-Jährigen zuhause in Beckingen (Landkreis Merzig-Wadern) mit drei Schüssen getötet haben.

Nach Angaben des Vaters hatte sich der Sohn durch seinen zunehmenden Drogenkonsum sehr verändert. Er sei ab Herbst zunehmend aggressiver gegenüber den Eltern geworden. Er habe randaliert, sie bestohlen, beschimpft, bespuckt und bedroht. Ab Weihnachten seien die Konflikte eskaliert.

Am Tattag soll der Sohn gegen den Willen des Vaters über den Balkon in dessen Haus eingedrungen sein. Als er sich weigerte, wieder zu gehen, sei die Situation festgefahren und er „emotional so aufgewühlt“ gewesen, dass er geschossen habe. Die Waffe habe er bereits im Sommer im Zimmer des Sohnes gefunden und behalten.

Laut Staatsanwaltschaft war der Angeklagte in seiner Heimatgemeinde auf lokaler Ebene über viele Jahre politisch aktiv und als Ortsvorsteher, Mitglied des Orts- und Gemeinderates und Vorsitzender des Ortsverbandes einer Partei tätig. Der Prozess wird am Dienstag (27. August, 9 Uhr) fortgesetzt. Ein Urteil könnte am 5. September (9 Uhr) fallen.

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