1. Saarland

Landessportverband Saar soll nach Finanzskandal neu aufgestellt werden

Landessportverband Saar : Aufsichtsrat soll Spitze des LSVS kontrollieren

Eine Doppelspitze und ein Aufsichtsrat sollen bald beim Landessportverband den Ton angegeben.

Nach dem millionenschweren Finanzskandal steht der Landessportverband Saar (LSVS) vor einer Neuorganisation. Noch vor der Sommerpause wollen CDU und SPD im Landtag einen gemeinsamen Gesetzesentwurf einbringen, auf dessen Basis der Sportverband neu aufgestellt werden kann. Voraussichtlich im Herbst soll das neue LSVS-Gesetz verabschiedet werden. Der Entwurf, der unserer Zeitung vorliegt, sieht vor, dass die hoch verschuldete Körperschaft des öffentlichen Rechts spätestens Ende 2021 wie ein großes mittelständisches Unternehmen geführt wird. Zwei hauptamtliche Geschäftsführer sollen als Vorstand die neue Doppelspitze bilden und die Geschäfte nach dem Vieraugenprinzip verantwortlich führen sowie den Wirtschaftsplan aufstellen. Das Duo übernimmt damit wesentliche Aufgaben des bisherigen Präsidiums. Der Vorstand soll auf Anforderung „mindestens einmal im Jahr insbesondere“ dem Finanzausschuss des Landtages berichten. Die Führungspositionen sollen, wie die Fraktionschefs Alexander Funk (CDU) und Stefan Pauluhn (SPD) auf Anfrage bestätigten, ausgeschrieben werden.

Ein Aufsichtsrat aus neun Mitgliedern „mit ökonomischem und sportfachlichem Hintergrund“ soll die Vorstandsmitglieder auswählen und anstellen. Als „unabhängiges Kontrollorgan“ obliegt dem ehrenamtlich wirkenden Aufsichtsrat die Überwachung des Vorstandes sowie die Genehmigung des Wirtschaftsplans. Funk und Pauluhn bezeichneten Spekulationen, die Landespolitik wolle die LSVS-Geschäftsführung bestellen, als „absoluten Quatsch“.

Nach dem Gesetzesentwurf, an dessen Feinabstimmung die Fraktionen angeblich derzeit feilen, ist vorgesehen, die Kompetenzen der Mitgliederversammlung des LSVS zu stärken. Sie soll die Aufsichtsräte und aus deren Mitte den Vorsitzenden sowie dessen Stellvertreter wählen. Der Aufsichtsratschef soll die Bezeichnung „Präsident“ führen.