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Zweibrücken: Weihnachtsmarkt dieses Jahr als Weihnachtsstadt

Kein Bühnenprogramm, dafür Straßenkünstler : Plan: „Weihnachtsstadt“ mit „Walking Acts“

Weihnachtsmarkt-Organisator bespricht mit OB mögliches Konzept. Ziel ist, Buden über Fußgängerzone zu verteilen.

Die Chancen, dass es im Dezember doch noch einen Weihnachtsmarkt in Zweibrücken gibt, sind weiter gestiegen. Organisator Heiko Saberatzky hat am Donnerstagabend mit Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) über eine mögliche Lösung gesprochen.

„Es war ein sehr konstruktives Gespräch“, freut sich Saberatzky. Für und Wider seien abgewogen worden. Aber letztendlich sei ganz klar der Wille zu erkennen gewesen, dass die Stadt einen Weihnachtsmarkt feiern kann.

Saberatzky sagt, er habe im Vorfeld des Gesprächs bereits seine Hausaufgaben gemacht und an einem Konzept gefeilt. Nachdem die Landesregierung am 11. September erklärt hatte, Weihnachtsmärkte in diesem Jahr nicht grundsätzlich zu verbieten (wir berichteten), hatte der Zweibrücker Morgenluft gewittert.

„Ich bin in den vergangenen Tagen durch die Fußgängerzone gelaufen und habe geschaut, ob es machbar wäre, den Weihnachtsmarkt mit seinen Buden über die Fußgängerzone zu verteilen. Da, wo aktuell Leerstände sind, könnten beispielsweise problemlos davor Buden aufgebaut werden, ohne einen Händler zu stören“, sagt Saberatzky.

Er ersann die Lösung „Weihnachtsstadt“ – eben keine Konzentration der Buden rund um die Alexanderskirche und die dortige Vertiefung, wie sonst üblich, sondern besagte Verteilung der Buden in der Fußgängerzone.

Ob das allerdings wirklich machbar ist, müsse erst noch eine Ortsbegehung kommende Woche mit dem Oberbürgermeister, dem Ordnungsamt und der Feuerwehr zeigen, sagt er. So sei etwa zu prüfen, ob die Verteilung der Buden in der Einkaufsmeile in Sachen Rettungswege ein Problem darstellen könnte.

Erst die Ortsbegehung werde zeigen, ob sein Konzept auch tatsächlich greife, sagte Saberatzky.

Sollte es grünes Licht geben, werden sich die Besucher des Budenzaubers nicht nur an die neue Optik gewöhnen müssen. Sie werden auch Verzicht auf das Bühnenprogramm üben müssen.

„Schweren Herzens werden wir davon Abstand nehmen müssen“, sagt der Organisator. Es drohe die Gefahr, dass es bei einem Auftritt eines Künstlers, einer Musikgruppe „zur Bildung einer Menschentraube vor der Bühne kommt – das muss auf jeden Fall vermieden werden“.

Aber auch hier hat Saberatzky über eine Alternative nachgedacht. Und die klingt durchaus attraktiv: „Ich denke darüber nach, sogenannte ,Walking Acts’ – also Künstler, wie wir sie vom Straßentheater-Spektakel kennen – zu engagieren. Die könnten dann durch die Fußgängerzone laufen und so für schöne Akzente sorgen.“

Saberatzky ist auf Kontaktsuche, um solche Artisten zu verpflichten. Auch über eine „zentrale Beschallung“ denkt er nach, also über geschickt platzierte Musikboxen, die dafür sorgen könnten, dass zumindest ein Großteil der Besucher und Flaneure mit weihnachtlichen Weisen beschallt wird.

Saberatzky sagt, dass die Stadtmarketing-Chefin Petra Stricker wieder ein „Nikolaustreffen“, veranstalten möchte, dieses sei wohl problemlos machbar. Auch sei angedacht, dass einige Rotgewandete wieder Schoko-Nikoläuse an die kleinen Gäste verteilen.

Aber wie gesagt: Die Ortsbegehung in der kommenden Woche soll mehr Klarheit bringen. Eines sei allerdings jetzt schon klar, macht der Organisator deutlich: „Eine Umzäunung des Weihnachtsmarktes mit Einlasskontrollen und maximal 500 Besuchern – das ist weder für unseren Oberbürgermeister noch für uns Organisatoren eine Alternative. So etwas als Konzept wollen wir nicht.“

Heiko Saberatzky Foto: Norbert Rech

Heißt folglich: Weihnachtsstadt ja – Weihnachtskäfig nein.