Wohnungsbau im Saarland: Innenminister Bouillon kündigt Förderprogramme an

Innenministerium : Bund gibt 60 Millionen für Wohnungsbau

Saar-Bauminister Klaus Bouillon kündigt unter anderem Förderprogramm für junge Familien an.

Der Bauminister des Saarlandes, Klaus Bouillon (CDU), hat am Dienstag beim Sommergespräch in der Staatskanzlei angekündigt, den sozialen Wohnungsbau im Saarland auf „neue Füße“ stellen zu wollen. Dafür habe er verschiedene Sonderprogramme auf den Weg gebracht. 60 Millionen Euro stehen dazu aus Mitteln vom Bund zur Verfügung.

Alleine 30 Millionen Euro fließen in den Bau von sozialen Wohneinheiten. 108 Sozialwohnungen seien innerhalb eines Jahres damit geschaffen worden. In den kommenden zwölf Monaten sollen weitere 150 bis 200 Wohneinheiten dazukommen, schätzt der Bauminister. Das Programm sei sehr gut angelaufen. Wohnungsbaugesellschaften „planen im großen Stil“, so Bouillon. Aber das brauche dennoch Zeit.

Besonders wichtig sei das Förderprogramm für junge Familien, das Bouillon nun ankündigte. Damit will das Ministerium den Neubau, Ankauf und die Modernisierung von Wohnraum fördern. Für Bouillon sei es „gesellschaftspolitisch das größte Problem in Deutschland“, dass es für Familien mit wenig Geld kaum möglich sei, eigenen Wohnraum zu schaffen. Mittlerweile sei auch der Mittelstand davon betroffen. „Wir haben uns Gedanken gemacht, wie wir tatsächlich den Familien helfen können.“ Statt Zinszuschüsse soll es für Familien „echtes Geld“ geben, so der Minister. Bis zu 35 000 Euro könne beispielsweise eine Familie mit vier Kindern erhalten. Die Förderrichtlinien werden derzeit noch erarbeitet und sollen im Herbst verabschiedet werden. Zudem bekommen Familien künftig für den Abriss eines alten Gebäudes zusätzlich 25 000 Euro. Damit möchte Bouillon die vielen Leerstände im Land bekämpfen.

Finanzschwache Kommunen können ebenfalls auf eine größere Förderung hoffen. So kündigte Bouillon an, die Zuschüsse für die Schaffung von sozialem Wohnraum von derzeit rund 67 Prozent auf 90 Prozente aufzustocken. Der Eigen­anteil der Kommunen liegt dann dementsprechend nur noch bei zehn Prozent der Kosten. Darüber hinaus sollen Kommunen in Einzelfällen Bedarfszuweisungen in Höhe von 50 Prozent erhalten.

Ein weiteres Programm betrifft das studentische Wohnen. Hierfür wurden neue Richtlinien aufgelegt, die sich noch in der Abstimmung befinden. „Hier fördern wir 200 Wohneinheiten mit sechs bis sieben Millionen Euro“, so Bouillon. Der Zuschuss beträgt jeweils 50 Prozent. Es gebe jede Menge Interessenten wie das Studierendenwerk. Auch Privatpersonen können Wohnungen für Studenten bauen und die Fördermittel beantragen. Die Richtlinien sollen nach Angaben Bouillons ebenfalls im Herbst in Kraft treten.

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