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Fördermittel
Rehlinger will Kommunen aufhübschen

  Das leerstehende Haus in der Theleyer Primstalstraße (Mitte) wurde abgerissen.
Das leerstehende Haus in der Theleyer Primstalstraße (Mitte) wurde abgerissen. FOTO: Gemeinde Tholey
Saarbrücken. Das Wirtschaftsministerium fördert die Verschönerung der Kommunen mit jeweils bis zu 30 000 Euro. Die Kommunen müssen aber zuerst ihre „Problemzonen“ identifizieren. Von Teresa Bauer

Kommunen im Saarland sollen einladender und lebenswerter werden. Dafür sollen Städte und Gemeinden ihr Ortsbild aufhübschen. Da ein Großteil der 52 Saar-Kommunen finanziell aber nicht auf Rosen gebettet ist, hat das saarländische Wirtschaftsministerium ein neues Förderprogramm aufgelegt. Einwohner und Touristen sollen gleichermaßen davon profitieren, sagt Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD). Es gebe zwar schon eine Reihe von Programmen, die große Infrastrukturmaßnahmen wie das Anlegen eines Dorfplatzes fördern. Das neue ziele nun vor allem auf kleinere Maßnahmen ab.


„Die hübsche Möblierung des Dorfkerns, üppige Blumendekorationen oder eine ansprechende, einheitliche Beleuchtung entlang der Straße. Die Möglichkeiten, um unsere Dörfer freundlicher und sympathischer zu machen, sind zahlreich und kosten nicht viel Geld“, sagt Rehlinger. Die Aufwertung würde nicht nur Touristen zum Verweilen einladen, sondern auch dazu beitragen, dass Bürger mehr Zeit im Freien und den Ortszentren verbringen.

Das Ministerium fördert diese Maßnahmen mit bis zu 30 000 Euro für Kommunen mit über 50 000 Einwohnern, mit bis zu 20 000 Euro für Kommunen zwischen 20 000 und 50 000 Einwohnern und für Kommunen mit weniger als 20 000 Einwohnern mit bis zu 10 000 Euro. Einzige Voraussetzung: Die Kommunen müssen zuerst einen Atmosphären-Check durchführen. Der kostet 4000 Euro. Zu diesem Check gehört eine Ortsbegehung. Im Anschluss daran sollen in einem Workshop mit Experten beispielsweise der Architektenkammer, der Handwerkskammer oder Umweltschutzorganisationen wie Nabu oder BUND Maßnahmen zur Aufwertung der „Problemzonen“ erörtert werden.



Die Gemeinde Tholey hat einen solchen Atmosphären-Check schon hinter sich und bereits Maßnahmen ergriffen. So reihen sich entlang der Hauptstraße jetzt rote Blumenkübel, Fassaden erhielten einen neuen Anstrich, Brunnen, Wegekreuze und Straßenschilder wurden gereinigt. Ein leerstehendes Gebäude in Theley machte Platz für einen öffentlichen Platz, erklärt Tholeys Bürgermeister Hermann Josef Schmidt (CDU). Auch in Marpingen wurden „Atmosphären-Killer“, wie Bürgermeister Volker Weber (SPD) sie nennt, lokalisiert und teilweise verschönert. Zentrales Projekt dieses Jahr sei es, die Ortseingänge der Kommune zu modernisieren, sagt Weber.

Rehlinger ist überzeugt, dass ein positiver Effekt von Straße zu Straße und Haus zu Haus eintreten wird. „Orte, die im Ortskern anfangen, entwickeln sich insgesamt positiv. Wo es schön ist, kommen Leute hin. Da siedelt sich Gewerbe an, und es kommt mehr Geld in die Kasse.“

Das Förderprogramm ist auf zwei Jahre angelegt. Für Projekte in diesem Jahr ist Stichtag zu Einreichung der Anträge der 31. Juli. Für Projekte, deren Umsetzung im Jahr 2020/2021 geplant ist, ist der Stichtag der 30. Juni 2020.

Weitere Infos zum Förderprogramm unter www.saarland.de/245836.htm

 Dort wurde ein öffentlicher Platz mit Bänken geschaffen.
Dort wurde ein öffentlicher Platz mit Bänken geschaffen. FOTO: Gemeinde Tholey