Weltkulturerbe: Versicherung soll Schaden im Fall Baldauf ersetzen

Nach Vergleich vor Gericht : Welterbe schaltet Haftpflicht ein

Versicherung soll 150♦000 Euro im Fall um Ex-Geschäftsführer Baldauf ersetzen.

Der gemeinnützigen Gesellschaft Weltkulturerbe Völklinger Hütte (WVH), die maßgeblich vom Steuerzahler finanziert wird, ist durch einen möglichen Formfehler bei der Kündigung ihres Ex-Geschäftsführers Manfred Baldauf ein Schaden von rund 150♦000 Euro entstanden. Diesen Betrag erhält der Ex-FDP-Landtagsabgeordnete nach einem Vergleich, der vor dem Landesarbeitsgericht geschlossen wurde. Zum Hintergrund dieses Rechtsstreits: Baldauf wirkte von 2010 bis 2015 als kaufmännischer Geschäftsführer des Weltkulturerbes. Kritiker sprachen von einem „Versorgungsposten“, den er zu Zeiten der früheren Jamaika-Koalition erhielt. Nach massiver Kritik des Landesrechnungshofs beschloss der WVH-Aufsichtsrat, Baldaufs Vertrag 2015 zu kündigen. Die damalige Aufsichtsratsvorsitzende, Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD), war beauftragt, die Kündigung auszusprechen. Bei der Zustellung des Schreibens kam es wohl zu einer folgenschweren Panne. Rehlinger, selbst Juristin, schickte nach eigenen Angaben ihren Fahrer mit dem Schreiben zu Baldaufs Dienstadresse. Weil Baldauf nicht im Büro war, gab der Bote angeblich den persönlichen Brief für den kaufmännischen Leiter bei einer Mitarbeiterin ab.

Baldauf behauptete, er habe die Kündigung nicht bekommen, und klagte. Die erste Instanz gab ihm Recht. Auch vor dem Landesarbeitsgericht hatte die Gesellschaft schlechte Karten, weil kein Nachweis über die fristgerechte Kündigung, etwa eine Eingangsbestätigung, vorlag.

Nach Informationen unserer Zeitung will das Weltkulturerbe den Schadensfall von rund 150♦000 Euro jetzt einer Vermögensschadenhaftpflichtversicherung (D&O-Versicherung) melden. Diese Versicherung hat das Unternehmen für  Manager und Aufsichtsräte abgeschlossen. Ob die Versicherung den Schaden, der wohl auf einen Fehler der Ex-Aufsichtsratsvorsitzenden Rehlinger zurückzuführen sein soll,  reguliert, ist offen. Eine Anfrage unserer Zeitung nach Regressforderungen und Eintritt der Versicherung wurde vom jetzt zuständigen Bildungsministerium an das Weltkulturerbe weitergeleitet. Sie blieb bislang unbeantwortet.

Unterdessen hat ein Sprecher des Bildungsministeriums auf die Anfrage reagiert und bestätigt, dass durch das Weltkulturerbe die spezielle Haftpflichtversicherung, die Kapitalschäden durch Organe der Gesellschaft abdeckt, eingeschaltet wurde.

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