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Warum CDU und Linke eine Anti-Windkraft-Koalition im Saarland schmieden

Regionaler Leitartikel : Windkraft bringt CDU und Lafontaine auf eine Linie

CDU- und Linken-Fraktion im Saar-Landtag einträchtig vereint: Die Ablehnung der Windkraft treibt beide zusammen. Doch wem hilft das?

Plötzlich stehen die härtesten politischen Gegner von einst zusammen in einer Linie: CDU- und Linken-Fraktion halten zusammen in der Ablehnung des Windkraftausbaus im Saarland. Grund: Es gebe keine „konfliktfreien“ Flächen für Windräder mehr, meint die CDU. Und Linken-Fraktionschef Oskar Lafontaine sorgt sich um „Vermögensverluste bei Eigenheimbesitzern“. Da mögen manchem politischen Beobachter vor Lachen die Augen tränen. Aber die Sache ist zu ernst, als sich in Humor zu flüchten.

Dabei ist der Vorwurf der SPD-Fraktion, hier gehe es nur um Wahlkampf, zwar nicht von der Hand zu weisen. Doch wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen, lieber Ulrich Commerçon. Schließlich sind es die SPD-Kabinettsmitglieder Anke Rehlinger (Wirtschaft) und Reinhold Jost (Umwelt) gewesen, die das Saarland mit ihrer Windkraftausbau-Lethargie auf den letzten Platz im Bundesländervergleich bugsiert haben. Also müssten die SPD-Politiker in das Anti-Windkraft-Duett von CDU und Linken miteinstimmen. Tun sie aber nicht. Es ist ja Wahlkampf.

Bei vielen Menschen im Saarland wird diese Anti-Windkraftpolitik Entsetzen auslösen. Selbst nach dem Ende des Kohleabbaus wird hier noch Kohle verbrannt. Trotz aller Lippenbekenntnisse für die Abschaltung der „Pannen-Akw“ in Cattenom wird munter Atom-Strom von dort bezogen. Alternativen dazu: Die CDU rät zu Wärmedämmung und Photovoltaik. Aber immer noch werden im Saarland Eigenheime ohne Solarzellen auf dem Dach gebaut, von einer Umrüstung der Rathäuser, Schulen oder Gerichtsgebäude ganz zu schweigen.

Die CDU/SPD-Mehrheit im Landtag und die Linken verfolgen eine Politik der Harmonie mit jenen Älteren, die noch ein paar durch Windkraft  nicht gestörte Jahre verbringen wollen. Die jungen Menschen aber werden überleben lernen müssen – in der Klimakatastrophe, die hausgemacht ist.