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Virologe Rissland aus Homburg sorgt sich wegen Plänen für Lockerungen im Saarland

Corona-Öffnungsplan : Zweifel an Lockerungen im Saarland nach Ostern

Der Inzidenzwert steigt weiter. Die geplanten Öffnungsschritte bereiten dem Homburger Virologen Dr. Jürgen Rissland Sorgen.

Die Chancen sinken, dass die von der saarländischen Landesregierung geplanten Lockerungen des Corona-Lockdowns nach Ostern tatsächlich kommen können. Denn dafür muss der Inzidenzwert eigentlich unter der Hundertermarke bleiben. Diese Bedingung war auf der Ministerpräsidentenkonferenz Anfang März für Öffnungs-Szenarien vereinbart worden. Doch die Zahl der Menschen, die sich innerhalb einer Woche pro 100 000 Einwohner neu mit Corona infizieren, steigt im Saarland weiter an. Am Freitag lag der Wert bei 76,4, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Der Landkreis Neunkirchen hat mit 108,9 bereits eine Inzidenz über der kritischen Marke. „Es wird spannend werden, wo wir Ende nächster Woche mit den Infektionszahlen stehen“, sagt der Homburger Virologe Dr. Jürgen Rissland.

Dass die Landesregierung das ganze Saarland nun nach Ostern zur Modellregion für Öffnungen machen will, bereitet Rissland „Bauchweh“. „Vielleicht hätte man erstmal im überschaubareren Rahmen mit den Öffnungsschritten beginnen sollen“ – entweder in einzelnen Bereichen wie der Außengastronomie oder „in Modellgemeinden.“ Dann könnte man zielgerichteter auf einen möglichen Anstieg der Corona-Zahlen reagieren und müsste nicht gleich wieder alles schließen.

 Der Homburger Virologe Jürgen Rissland hätte sich einen begrenzteren Öffnungsplan gewünscht.
Der Homburger Virologe Jürgen Rissland hätte sich einen begrenzteren Öffnungsplan gewünscht. Foto: ÄK Saar/Carsten Simon /ÄK Saar

Ab 6. April sollen im Saarland auf Basis negativer Schnelltests größere private Treffen im Außenbereich möglich sein. Zudem sind Öffnungen in den Bereichen Gastronomie, Sport und Kultur geplant. Derweil wachsen die Sorgen vor einer Zuspitzung der Corona-Lage in Deutschland. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) appellierte an die Länder, die vereinbarte Notbremse, die ab einem Inzidenzwert von 100 greift, konsequent anzuwenden.