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Vatikan zögert: Ackermanns Bistumsreform in Trier kommt später

Ackermann muss warten : Trierer Bistum schließt schnelle Reform jetzt aus

Die umstrittenen Großpfarreien starten nicht mehr 2020. Denn Rom lässt sich mit der Entscheidung Zeit.

  Die geplante Reform der Pfarreienlandschaft im Bistum Trier, zu dem weite Teile des Saarlandes gehören, wird nach dem vorläufigen Stopp aus Rom nicht mehr in diesem Jahr beginnen.  Ein „unterjähriger Start der neuen Pfarreien in 2020“ sei „definitiv ausgeschlossen“, sagte der Trierer Generalvikar Ulrich Graf von Plettenberg an Freitag. 

Die römische Kleruskongregation hatte im November nach mehreren Beschwerden das Synodengesetz ausgesetzt. Damit liegt die Strukturreform des Bistums auf Eis. Ursprünglich sollten Anfang Januar die ersten 15 von insgesamt 35 im Bistum geplanten Großpfarreien an den Start gehen. Die übrigen 20 XXL-Pfarreien sollten ein Jahr später folgen.

Bischof Stephan Ackermann will seine Pläne noch mal in Rom erläutern. Foto: dpa/Harald Tittel

Die Kongregation in Rom habe nun mitgeteilt, dass die Prüfung „in Anbetracht der Bedeutung des Themas für die Pastoral und für den priesterlichen Dienst in der Diözese“ noch einige Zeit in Anspruch nehme, teilte von Plettenberg weiter mit. Als Termin für eine Entscheidung sei der 30. April genannt worden. Zuvor werde Bischof Stephan Ackermann noch in den Vatikan fahren, um die Pläne zu erläutern, sagte Bistumssprecherin Judith Rupp unserer Zeitung. Nach Abschluss des römischen Verfahrens werde das Bistum „zeitnah einen neuen Zeitplan vorlegen“, hieß es am Freitag in  Trier.

Gegen das Gesetz über die neuen Großpfarreien hatten die bistumskritische Initiative Kirchengemeinde vor Ort und die Priestergemeinschaft Unio Apostolica Klage eingereicht. Die Priestergemeinschaft kritisiert vor allem die geplante Leitungsstruktur und die Position der Priester in den geplanten Großpfarreien. Weil diese von einem Team aus einem Pfarrer und zwei Laien geleitet werden sollen, werde die kirchenrechtlich vorgesehene Leitungsvollmacht der Pfarrer eingeschränkt.  Kritiker befürchten auch, mit der Auflösung von 887 kleinen Pfarreien in derzeit 172 Pfarreiengemeinschaften des Bistums einen Rückzug der Kirche vor Ort.