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Umfragen zur Corona-Impfung

Große SZ-Umfrage : Wir wollen Ihre Meinungen zur Corona-Impfung wissen

Kinder impfen, Einschränkungen für Ungeimpfte, welcher Impfstoff? Das Thema Corona-Impfung wird viel diskutiert. Wir wollen ganz genau wissen, was die Saarländer denken. Nehmen Sie jetzt an den SZ-Umfragen rund um die Impfung teil.

Die Corona-Impfungen sind auch im Saarland in vollem Gange und so einfach zu haben wie noch nie. Doch auch wenn die Wirksamkeit und Notwendigkeit der Impfung wissenschaftlich erwiesen ist – an den Details scheiden sich die Geister. Die Saarbrücker Zeitung will wissen, wie die Saarländer über einige der Kontroversen rund um die Corona-Impfung denken.

Eine ganz grundlegende Frage an erster Stelle: Sind Sie bereits geimpft? Die Gesamt-Impfquote im Saarland liegt laut gesundheitsinisterium bei 51,9 Prozent. 89 Prozent der Über-60-Jährigen wurden erstgeimpft. Um in naher Zukunft die für die Herdenimmunität notwendige Impfquote von mindestens 70 Prozent zu erreichen, werde aber auch in der Altersgruppe 18 bis 59 Jahre eine hohe Impfbereitschaft benötigt.

Wenn Sie noch nicht geimpft sind – haben Sie es noch vor? Nun, da viele Menschen bereits geimpft sind, verliert die Kampagne etwas an Fahrt. Der große Run auf Impftermine ist vorbei: Im Saarland werden in den Impfzentren in Lebach, Neunkirchen und Saarlouis im Schnitt rund 30 Prozent der Termine nicht gebucht, wie das Gesundheitsministerium in Saarbrücken mitteilte. In Saarbrücken liege diese Zahl bei etwa 42 Prozent.

Hier scheiden sich auch unter Experten die Geister: Sollte man Kinder ebenfalls impfen? Fest steht: Auch Kinder und Jugendliche können an Covid-19 erkranken und von Langzeitfolgen wie etwa Geschmacksverlust betroffen sein. Studien haben ergeben, dass die Impfung bei 12- bis 17-Jährigen mindestens ebenso gut wie bei Erwachsenen wirkt. Andererseits sind die Impfstoffe bisher wesentlich weniger an Kindern getestet als an Erwachsenen. Zudem erkranken Kinder in den meisten Fällen weniger schlimm an Corona als Erwachsene.

Sie haben alle ihre Vor- und Nachteile. Darum stellt sich die Frage: Welchen der in Deutschland verfügbaren Impfstoffe möchte ich? AstraZeneca ist mittlerweile nur noch für Personen ab 60 Jahren empfohlen. BioNTech und Moderna versprechen beide laut Paul-Ehrlich-Institut (PEI) eine sehr hohe Wirksamkeit von 95 Prozent. Der Impfstoff von Johnson & Johnson ist nach Angaben des PEI nicht ganz so wirksam wie die anderen, hat aber den einzigartigen Vorteil, dass nur eine einzige Dosis nötig ist.

Doch eine Festlegung auf einen einzigen Impfstoff muss nicht unbedingt sein. Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte unlängst mitgeteilt, dass Menschen, die eine erste Impfung mit dem AstraZeneca-Präparat erhalten haben, künftig unabhängig vom Alter als zweite Spritze einen mRNA-Impfstoff wie den von Biontech erhalten sollen. Die Wirksamkeit sei deutlich besser. Wurden oder werden Sie mit zwei unterschiedlichen Stoffen geimpft?

Noch sind nicht alle geimpft, aber noch wollen sich auch nicht alle impfen lassen. Als Anreiz zur Impfung brachte Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) unlängst Verlosungen ins Gespräch: „Es spricht nichts gegen Restaurant- oder Konzertgutscheine oder eine Verlosung eines Wochenendes im Hotel“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Was hierzulande ungewöhnlich klingt, ist zum Beispiel in den USA längst Realität: In verschiedenen US-Bundesstaaten locken Kommunen und Unternehmen mit Preisen für Impfwillige, die von kostenlosen Donuts bis zu hohen Geldpreisen reichen. Halten Sie solche „Belohnungen“ für Impfwillige für sinnvoll?

Wenn das Zuckerbrot nichts bringt, dann vielleicht die Peitsche? Hans hat neben den Belohnungen für Impfwillige auch von „sozialem Druck“ auf Impfunwillige gesprochen. Wer sich nicht pieksen lassen will, solle künftig nicht die gleichen Freiheitsrechte zurückbekommen wie Geimpfte. „Sie müssen zum Beispiel für Schnelltests zahlen oder können nicht an jeder Veranstaltung teilnehmen“, sagte er. Es könne nicht sein, „dass sich für Geimpfte nichts ändert, nur weil die Gesellschaft dauerhaft Rücksicht auf die Verweigerer nehmen muss“. Wäre diese Art von Druck auf Impfwillige gerechtfertigt?

Es ist ein ganz dickes Streitthema angesichts steigender Inzidenzen und stagnierender Impfquote: Sollte die Regierung schlicht eine Pflicht zur Impfung gegen Corona einführen? Es wäre ein unkomplizierter Weg, die Impfung der Bevölkerung in der Breite zu garantieren, andererseits ein Eingriff in Persönlichkeitsrechte. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hält eine Impfpflicht inzwischen für denkbar. Es wäre nicht die erste Impfpflicht in Deutschland: Bereits 1874 schrieb das Reichsimpfgesetz allen Deutschen vor, ihre Kinder gegen die Pocken impfen zu lassen, und 2020 trat eine Verpflichtung zur Impfung gegen Masern für Kinder und Personal in Gemeinschafts- und Gesundheitseinrichtungen in Kraft.

Wir freuen uns auf eine rege Teilnahme an unserer großen Impf-Umfrage. Helfen Sie uns zu verstehen, wie die Saarländer ticken, wenn es um die Corona-Impfung geht. Die Ergebnisse der Umfrage werden wir dann bald auswerten und in einem eigenen Beitrag bekanntgeben.