Tressel (Grünen): Störfall in Carling sorgt für Ärger in Saar-Politik

Dicke Luft : Angst nach Störfall im Chemiewerk Carling sorgt für Ärger in der Saar-Politik

Seit Jahren wird mit dem Industriekomplex im Lothringer Grenzgebiet von Deutschland aus falsch umgegangen. Das beklagt der Landeschef der Grünen, Markus Tressel.

Deutlichen Widerstand zum geplanten Ausbau der Chemiegroßanlage im lothringischen Carling erwartet Markus Tressel von saarländischer Seite. So kritisiert der Landeschef der Grünen einen er laxen Umgang mit den Erweiterungsplänen im grenznahen Bereich auf französischer Seite. Dabei habe die Chemieplattform durchaus starke Einflüsse auf die Umwelt im Warndt und in Völklingen.

Markus Tressel, Chef der Grünen im Saarland und Bundestagsparlamentarier. Foto: BeckerBredel

In diesem Zusammenhang kritisiert Tressel Umweltminister Reinhold Jost (SPD). Dieser hatte nach einem neuerlichen Störfall in Carling unter anderem angekündigt, eine außerplanmäßige Sitzung der grenzüberschreitenden Kommission zur Überwachung der Anlage einzuberufen. Das geht dem Grünen-Politiker indes nicht weit genug. Tressel: „Es ist erstaunlich, dass nun kurzfristig ins Spiel gebrachte Ideen die Lösung für ein Problem darstellen sollen, das bereits seit Jahren aus Sicht der Grünen völlig falsch angegangen wird.“ Außer seitens der Stadt Völklingen habe es bislang kaum nennenswerten Widerstand aus dem Saarland gegen die Standorterweiterung gegeben. Darum müsse dies künftig „deutlich kritischer begleitet werden, denn jede neue Produktionslinie auf der Chemieplattform bringt automatisch auch mehr Belastung“ für die Menschen im Warndt. Sie lebten schließlich im Abwind der Plattform.

Gleichzeitig müsse das Messnetz im Saarland ausgebaut werden, um die von Carling ausgehende Schadstoffbelastung festzustellen. Frankreich hingegen habe seines zuletzt immer weiter ausgedünnt.

Zuletzt war es am Donnerstag, 17. Oktober, zu extremem Gestank im Völklinger Stadtteil Lauterbach und Anrainerorten gekommen. Zahlreiche Anrufer beklagten sich bei der Polizei. Saar-Umweltminister Jost beklagte, dass es seitens des Verursachers keine Informationen gegeben hatte. Der entschuldigte sich wenig später dafür.

Durch die jetzt entwichenen chemischen Gase soll es zu keiner Gesundheitsgefahr gekommen sein, entwarnten Mitarbeiter des Landesamtes für Umwelt- und Arbeitsschutz (Lua) in St. Ingbert.

In der Vergangenheit war es immer wieder zu Geruchsbelästigungen gekommen, was insbesondere Kommunalpolitiker immer wiederholt zum Anlass nahmen, beim Land für Unterstützung gegen die Chemieanlage zu werben. Die Ängste vor giftigen Gasen bei den Warndt-Bewohnern ist groß.

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