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Tobias Hans zum Wettstreit zwischen Ford Saarlouis und Valencia

„Wir sind weiter als Valencia“ : Im Standort-Wettstreit sieht Saar-Ministerpräsident Ford Saarlouis gut gerüstet

Nach einem gemeinsamen Plädoyer mit SPD-Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger vergangene Woche bekräftigte Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) auch am Dienstag seinen Optimismus was die Zukunft von Ford in Saarlouis angeht – trotz eines Personalwechsels und der neuen Pläne der Spanier.

Wie steht es um die Zukunft des Ford-Werks in Saarlouis? Vergangene Woche überraschten im Standort-Wettstreit die Spanier mit ihren Plänen, neben dem Werk in Valencia eine Giga-Batterie-Fabrik bauen zu wollen. Unklar ist auch, welche Rolle der neue Chef von Ford in Deutschland, Martin Sander, in der Frage spielen wird, wo künftig ein zweites Elektroauto-Modell in Europa gebaut wird (wir berichteten).

Bereits am Freitag hielten Hans und SPD-Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger ein Plädoyer für den Saarlouiser Standort. „Die Landesregierung tut alles, was möglich ist. Die Belegschaft, Ford-Deutschland und die Landesregierung ziehen gemeinsam an einem Strang.“ Diesen Optimismus bekräftigte Hans am Dienstag erneut.

Ja, Valencia würde seine Ausgangslage verbessern, sagte Hans. „Wir nehmen das auch sehr ernst.“ Damit werde aufgeholt, allerdings mit „Dingen, die wir schon haben“. Gemeint ist die geplante Ansiedlung des chinesischen Batterieherstellers SVolt in Überherrn. „Wir haben im Saarland vorgelegt und gezeigt – das ist bei Ford angekommen –, dass wir auf den Wandel hin zur Elektromobilität setzen.“ Hans betonte erneut: „Die Ansiedlung von SVolt ist auch essenziell wichtig, um die Arbeitsplätze bei Ford in Saarlouis halten zu können“.

Selbst wenn in Spanien eine Batteriefabrik kommt, „bin ich weiter optimistisch, was den Standort Saarlouis angeht. Weil wir weiter sind als Valencia.“ Außerdem habe das Saarland den Vorteil einer „ganz hohen Konzentration von industriellem, wissenschaftlichem und technologischen Know-how, was wir zusammenbringen können.“ Darauf hatten Hans und Rehlinger bereits am Freitag verwiesen.

Allein bei Ford habe man durch Kooperationen mit der Saar-Uni und dem Max-Planck-Institut dazu beitragen können, dass die Effizienz gesteigert worden sei und die Produktionsdigitalisierung voranschreite – „dass letztlich auch kostengünstiger produziert werden kann“.

Der „starke Schulterschluss“ zwischen Belegschaft, Betriebsrat, Gewerkschaften, dem Standort-Management und der Landesregierung werde auch in Detroit, London und Köln gesehen. „Das hat durchaus Eindruck gemacht auf den Ford-Europa-Chef Stuart Rowley, mit dem ich gesprochen habe“, sagte Hans.