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Tennis-Verbot wegen Corona: Tennisclub und Anwalt ziehen Klage zurück

Kostenpflichtiger Inhalt: Einigung mit Landesregierung in Sicht : Tennisclub und Anwalt Britz ziehen Eilantrag vor Gericht zurück

Tennisclubs und Sportminister sind sich einig, dass kurzfristig eine Lösung erarbeitet werden soll, damit spätestens Anfang Mai wieder das Tennisspielen auf Außenanlagen möglich wird.

Der zuständige Richter beim Verwaltungsgericht des Saarlandes hat angeblich bereits den Eilantrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung gegen die Landesregierung zur kurzfristigen Stellungnahme an die Staatskanzlei geschickt. Ziel des Antrags war es, zu erreichen, dass trotz der aktuellen Corona-Verordnung und der Allgemeinverfügung das Tennisspiel zu zweit auf Außenanlagen unter entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen wieder erlaubt wird.

35 Tennisclubs und Dutzende von Einzelspielern unterstützten das Vorgehen. Doch jetzt ziehen der klagende Tennisclub Winterbach und der selbst als Antragssteller auftretende Rechtsanwalt und Tennisspieler Professor Guido Britz überraschend die Notbremse. Britz bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung, dass er den am Vortag eingereichten Antrag am Mittwochnachmittag wieder zurückgezogen habe. Der Grund dafür: Eine schnelle außergerichtliche Verständigung scheint greifbar.

Professor Guido Britz Foto: Abel & Kollegen

Demnach hat sich Innen- und Sportminister Klaus Bouillon (CDU) eingeschaltet. Noch in dieser Woche soll unter seiner Leitung ein so genanntes Spitzengespräch mit Vertretern der Tennisclubs stattfinden. Bei dieser Gelegenheit soll nach Angaben von Britz ein gemeinsames Konzept erstellt werden, mit dem Ziel, dass Anfang Mai auf den Freiplätzen wieder Tennis gespielt werden kann. Im benachbarten Rheinland-Pfalz ist dies bereits seit Wochenbeginn unter bestimmten Auflagen möglich. Virologen der Universitätsklinik in Homburg sollen bei der Erarbeitung des saarländischen Konzepts ausdrücklich zu Rate gezogen werden.

Klaus Bouillon, Saar-Innenminister Foto: BeckerBredel

Zudem soll eine Arbeitsgruppe mit Mitgliedern aus den Vereinen, Vertretern des Saarländischen Tennisbundes (STB) und des Sportministeriums kurzfristig Lösungen suchen, wie unter Umständen der Spielbetrieb auf den Tennisplätzen, etwa bei Turnieren, geregelt werden kann. Bouillon will in dieser Runde selbst die Moderation übernehmen. Auch hier gelte, dass das Schutzkonzept von den Homburger Virologen abgesegnet werde.

Bouillon selbst sagte gegenüber unserer Zeitung: „Wir werden eine gemeinsame Lösung finden. Wir brauchen dafür keinen Rechtsstreit zu führen.“ Der Minister: „Wir reden über Einzelsport, nicht über Mannschaftssport.“ Aus seiner Sicht sei es unabdingbar, dass ein Schutzkonzept erarbeitet werde, dass von dem Expertenteam um den Homburger Virologen Jürgen Rissland mitgetragen werde. Über die Sportministerkonferenz will Bouillon dann das Konzept in die für den 30. April vorgesehenen Beratungen der Regierungschefs mit der Bundeskanzlerin einbringen, so dass letztlich eine länderübergreifende Regelung gefunden werde.