Super-Wahltag: Saarländer wählen Räte, Bürgermeister und Europa

Super-Wahltag im Saarland : Saarländer stimmen über Räte, Bürgermeister und Europa ab

Bis zu sechs Wahl-Entscheidungen müssen Saarländer mancherorts am Sonntag treffen. Es ist der größte Wahltag im Land seit Jahrzehnten.

Rund 800 000 Saarländer sind am Sonntag aufgerufen, nicht nur über das neue EU-Parlament, sondern auch die Geschicke ihrer Städte und Gemeinden mitzuentscheiden. Beim größten Wahltag, den das Land seit Jahrzehnten erlebt, geht es gleich um 34 Bürger- und Oberbürgermeisterposten, dazu stehen alle 52 Stadt- und Gemeinderäte, zwei Landräte und der Regionalverbandspräsident, alle fünf Kreistage und die Regionalverbandsversammlung sowie 310 Ortsräte zur Wahl. Von einer „logistischen Herausforderung für Kommunen und Wahlvorstände“ sprach Landeswahlleiterin Monika Zöllner gegenüber der SZ. Allein der Wahlzettel zur Europawahl listet 40 Parteien. Rund 10 000 Helfer werden den Urnengang begleiten und Stimmen auszählen – was nach Schließung der Wahllokale um 18 Uhr einige Stunden dauern dürfte. Viele Saarländer haben schon abgestimmt. Der Anteil an Briefwählern wachse stetig, sagte Zöllner. Bei der Bundestagswahl 2017 hatten 26 Prozent vorab gewählt. Die Wahlbeteiligung der Kommunalwahl 2014 von 52,5 Prozent könnte übertroffen werden, erwarten Beobachter.

Im Land blicken die Parteien nicht nur auf die Räte, wo die CDU vor fünf Jahren die Nase vorn hatte (unsere Grafik), sondern nicht zuletzt auf die Städte. In Saarbrücken bewirbt sich OB Charlotte Britz (SPD) um eine weitere Amtszeit. Auch in Neunkirchen und St. Ingbert geht es um Oberbürgermeisterposten. Bei den zahlreichen Direktwahlen kommt es in zwei Wochen dort zur Stichwahl, wo diesmal kein Kandidat die absolute Mehrheit erhält.

Wahlen im Saarland 2014. Foto: SZ/Müller, Astrid

In Berlin wird neben dem Ausgang der Bremen-Wahl das bundesweite Ergebnis der EU-Wahl mit Spannung erwartet. Bei Letzterer müssen Union und SPD nach Umfragen mit Einbußen rechnen – die Parteiführungen könnten unter Druck geraten. Europaweit blicken viele mit Nervosität auf das Abschneiden populistischer Parteien.

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