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Streit bei Saar-Grünen: Tressel übt Kritik an Meyer-Gluche

Streit bei den Saar-Grünen : Tressel übt Kritik an Meyer-Gluche

Im internen Streit bei den Saar-Grünen zeichnet sich ein Konflikt zwischen Landeschefin Barbara Meyer-Gluche und ihrem Vorgänger ab.

Der Bundestagsabgeordnete und frühere Parteivorsitzende Markus Tressel bescheinigt Meyer-Gluche in Bezug auf den umstrittenen Hubert Ulrich ein „besonderes Demokratieverständnis“. Meyer-Gluche hatte am Montag erklärt, sie schätze die innerparteilichen „Mehrheitsverhältnisse realistisch und rational“ ein. In dem von Ulrich dominierten Landesverband gebe es Lösungen nur mit ihm, nicht gegen ihn. Dagegen erklärt Tressel, dass eine „Partei nicht Mehrheitseigentum einer Person“ sei. Seine Nachfolgerin hatte auch den Rückzug von Tressel damit begründet, dass Gespräche mit Ulrich über dessen Rolle bei den Saar-Grünen „nicht zu einem einvernehmlichen Ergebnis“ geführt hätten. Tressel hatte stets familiäre Gründe für seinen Ausstieg aus der Politik angeführt. Das bekräftigt er auch jetzt. Meyer-Gluche betreibe eine „Narrativ-Verschiebung“.

Unterdessen hat der Saarbrücker Grünen-Stadtverordnete Heiner Engelhardt den Vorstand seines Ortsverbands Saarbrücken-Mitte aufgefordert, „geschlossen zurückzutreten und den Weg zu Neuwahlen freizumachen“. Unter anderem mit den Stimmen des Saarbrücker Ortsverbands war Ulrich zum Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl gewählt worden. Als der Ortsverband die Delegierten für den Parteitag wählte, habe Ulrich Regie geführt, so Engelhardt. Langjährige Mitglieder seien dabei Neumitgliedern unterlegen gewesen.

Der Chef des Grünen-Ortsverbands in Bous, Christoph Küntzer, berichtet derweil von mehreren, langjährigen Parteimitgliedern, die von Saarlouis zum Ortsverband Bous wechselten. Es sei von einem „grün internen politischen Asyl“ die Rede. Meist werde der Wechsel mit den Machenschaften von Ulrich im Ortsverband Saarlouis und von Yvonne Brück im Ortsverband Saarbrücken Mitte begründet.