Standort der Saar-Polizei in Kirkel soll 2021 fertig sein

Saar-Polizei : Polizei-Zentrum in Kirkel soll 2021 fertig sein

In den kommenden zwei Jahren soll in Kirkel der größte Standort der Saar-Polizei entstehen – für acht Dienststellen, 430 Beamte, 150 Fahrzeuge. Kosten: rund 25 Millionen Euro. Innenminister Klaus Bouillon hat die Pläne gestern vorgestellt.

Bei den Plänen für den Polizei-Standort in Kirkel auf dem ehemaligen Praktiker-Gelände hat sich in den vergangenen zwölf Monaten nach Angaben des saarländischen Innenministers Klaus Bouillon (CDU) fast alles geändert. Ursprünglich war dort nach Bouillons Worten eine „kleine Lösung“ vorgesehen, mit Investitionen von fünf bis sechs Millionen Euro. Drei Dienststellen sollten in Kirkel unterkommen: die Verkehrspolizei, die Bereitschaftspolizei und die Diensthundestaffel.

Nach vielen Gesprächen habe sich in den vergangenen Monaten aber gezeigt, dass eine „große Lösung“ sinnvoller sei, sagte der Innenminister gestern bei der Präsentation der neuen Pläne im Landespolizeipräsidium in Saarbrücken. „Große Lösung“ bedeutet laut Bouillon, dass in Kirkel der größte Standort der saarländischen Polizei entstehen soll – für acht Dienststellen, etwa 430 Beamte, rund 150 Fahrzeuge und zehn Diensthunde. Die Kosten sollen bei 25 Millionen Euro liegen. Hugo Müller, Vizepräsident der saarländischen Polizei, rechnet damit, dass Anfang oder Mitte 2021 alles fertig sein wird. Bouillon selbst spricht von Sommer oder Herbst 2021.

Die gesamte Nutzfläche des künftigen Polizeiareals beträgt 18 000 Quadratmeter. Die acht Dienststellen sollen in der früheren Praktiker-Zentrale, die saniert wird, Platz finden. Neben Verkehrspolizei, Bereitschaftspolizei und Diensthundestaffel sollen fünf weitere Dienststellen nach Kirkel: Polizeilicher Ordnungsdienst, Zentrale Auswerte- und Analysestelle, Haushalts- und Kostenwesen, Polizeiliche Informationssysteme sowie das Kraftfahrtwesen. Bouillon zufolge entstehen in dem ehemaligen Verwaltungsgebäude ein Empfangs- und Pförtnerbereich, ein Trainingsbereich für die Ausbildung, mehrere Lehrsäle sowie Besprechungs- und Funktionsräume.

Außerdem ist auf dem Gelände ein Neubau geplant. Vorgesehen sind dort eine Kfz-Werkstatt, eine Hundezwingeranlage mit Quarantänebereich sowie Funktions- und Präparationsräume für Brandmittel und Sprengstoff.

„Wir modernisieren die Polizei wie seit Jahrzehnten nicht mehr“, sagt Bouillon mit Blick auf das Vorhaben in Kirkel. Die Polizisten bekämen modernste Standards, Übungs- und Lehrräume – all das, was die Polizei im Saarland bislang nicht habe. Notwendig sei der Großstandort in Kirkel auch deshalb, weil der bauliche Zustand des bisherigen Standorts auf dem Saarbrücken Wackenberg katastrophal sei. Für eine Sanierung des Wackenbergs müsste das Land rund 27 Millionen Euro in die Hand nehmen, also etwa zwei Millionen Euro mehr als für die aktuellen Pläne. „Das wäre keine optimale Lösung“, sagt der Innenminister. Bouillon rechnet damit, dass die Landesregierung die Pläne für Kirkel im Mai genehmigen wird. Derzeit laufen noch Gespräche mit dem Finanzministerium und dem Landesrechnungshof.

Nach dem Bau des Einsatztrainingszentrums (ETZ) in Göttelborn und den Planungen der Groß-Inspektion in Saarbrücken folge nun die dritte „wichtige Großinvestition“, sagt Bouillon. Als große Vorteile des Standortes in Kirkel sieht er „die sehr gute räumliche Infrastruktur, die gute Anbindung an Fernstraßen und an den ÖPNV“. Für ihn ist die jetzige Lösung eine „Win-win-Situation für alle Beteiligten“.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht das etwas anders. Für GdP-Landeschef David Maaß ist die Entfernung zwischen Kirkel und Saarbrücken problematisch. Da der Wackenberg sanierungsbedürftig ist, sei man froh, dass die Bereitschaftspolizei eine neue Unterkunft bekomme und dort viele Möglichkeiten haben werde. „Aber aus einsatztaktischen Gründen ist das kritisch zu sehen“, sagt Maaß. Weil es die meisten Einsätze in Saarbrücken gebe, müssten die Polizisten künftig insgesamt 60 Minuten länger fahren. „Das schlägt sich im Überstundenkonto der Kollegen nieder“, sagt Maaß. Deshalb brauche die Bereitschaftspolizei mehr Personal.

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