Schwerer Betrug und Bestechung im Gesundheitswesen Wiedersehen auf der Anklagebank

Saarbrücken/Saarpfalz-Kreis · Wegen Betrugs in 17 Fällen und Bestechung in 103 Fällen muss sich der Pathologe Dr. H. vor dem Landgericht verantworten.

 Vor dem Saarbrücker Landgericht hat am Dienstag der Prozess gegen den Arzt Dr. H. begonnen. Auf der Anklagebank traf er seine Frau wieder.

Vor dem Saarbrücker Landgericht hat am Dienstag der Prozess gegen den Arzt Dr. H. begonnen. Auf der Anklagebank traf er seine Frau wieder.

Foto: BeckerBredel

Vor Jahren noch soll der Mediziner mit seinem Millionenvermögen geprahlt haben. Jetzt sitzt Pathologe Dr. H. neben seinen Anwälten Pascal Bastuck und Sven Lichtschlag-Traut auf der Anklagebank vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts. Gewerbsmäßigen Betrug in 17 Fällen und 103 Fälle der Bestechung im Gesundheitswesen wirft Staatsanwältin Christina Mauger dem Arzt vor. Der 61-Jährige wirkt stark mitgenommen, gesundheitlich angeschlagen. Eine psychiatrische Sachverständige sitzt ihm im Gerichtssaal gegenüber. Sie soll in einem Gutachten prüfen, ob Dr. H. möglicherweise nur vermindert schuldfähig ist und deshalb mit einer milderen Strafe rechnen darf. Unter anderem ist von einer „Suchtproblematik“ die Rede. Was wiederum die Frage aufwirft, ob der Pathologe mit eigenem Institut gegebenenfalls unter Drogen- oder Medikamenteneinfluss seine Befunde zu Gewebeproben erstellt hat? Immerhin laufen gegen den Mediziner noch weitere Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung im Zusammenhang mit falschen Diagnosen zu Gewebeproben. Eine Chefärztin und eine Oberärztin haben – wie berichtet – entsprechende Strafanzeigen erstattet. Hier gibt es bislang 27 Hinweise auf mögliche Fehldiagnosen. Auf das Votum eines Gutachters wartet die Staatsanwaltschaft seit Monaten.