SPD: Landkreise Merzig-Wadern und St. Wendel sollen Nordsaarland-Klinik bauen

Kostenpflichtiger Inhalt: Nach der Schließung des Krankenhauses Wadern : SPD: Kreise sollen Klinik im Nordsaarland bauen

Die Suche nach einem Investor läuft. Das Saar-Gesundheitsministerium verhandelt bundesweit mit Interessenten, die SPD hat eigene Pläne.

In die Diskussion über eine neue Nordsaarland-Klinik kommt Bewegung. Gesundheitsministerin Monika Bachmann und Staatssekretär Stephan Kolling (beide CDU) sind auf der Suche nach einem potenziellen Investor nach eigenen Worten bundesweit „in sehr engen Gesprächen“ mit Krankenhausträgern. Ende März soll Klarheit über mögliche Investoren herrschen.

Der Koalitionspartner prescht nun mit einem eigenen Konzept vor: Die SPD fordert, dass die Landkreise Merzig-Wadern und St. Wendel die Klinik gemeinsam bauen und den Betrieb anschließend einem Träger aus der Region überlassen. „Wir brauchen eine saarländische Lösung. Das geht nur mit den Landkreisen“, sagte SPD-Fraktionsvize Magnus Jung. Mit den saarländischen Krankenhausträgern müsse besprochen werden, wer das Krankenhaus später betreiben wolle. Jungs Fraktionskollegin Martina Holzner forderte, die Träger aus der Region, wie zum Beispiel die SHG und Marienhaus, an den Gesprächen zu beteiligen. Einem privaten Träger einer Nordsaarland-Klinik erteilte die SPD – anders als das Gesundheitsministerium – eine Absage.

Die Unternehmensgruppe Marienhaus hatte das Krankenhaus in Wadern 2017 geschlossen. Seitdem wird über eine neue, mittelgroße Klinik fürs Nordsaarland diskutiert, deren Bau Schätzungen zufolge rund 100 Millionen Euro kosten würde. Die Landkreise Merzig-Wadern und St. Wendel erklärten, derzeit sehe der Krankenhausplan keinen Bedarf im nördlichen Saarland. Sollte sich das in naher Zukunft ändern und sich kein Träger finden, müssten Gespräche geführt werden. „Angesichts der geringen Kreditobergrenzen für die Landkreise ist allerdings aus heutiger Sicht unabhängig von Zuständigkeitsfragen nicht absehbar, wie sich die Landkreise an einer solchen Investition maßgeblich beteiligen sollten“, erklärten die Landratsämter.