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SPD-Fraktion im Landtag des Saarlandes will Schulen nach Ostern öffnen

Mehr Lobby für Kinder und Jugendliche : SPD: Kinder und Jugendliche brauchen stärkere Lobby

Die schwierige Situation von Kindern und Jugendlichen während der Pandemie war am Montag Thema im Landtagsplenum.

Schwierige Homeschooling-Bedingungen, eingeschränkte Möglichkeiten für die Freizeitgestaltung und weniger Kontakt zu Freunden: Die schwierige Situation von Kindern und Jugendlichen während der Pandemie war am Montag Thema im Landtagsplenum. Jürgen Renner, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, und Ulrich Commerçon, SPD-Fraktionschef und ehemaliger Kultusminister, stimmten darin überein, dass Kinder und Jugendliche in der öffentlichen Debatte zu kurz kommen.

Commerçon erklärte, dass die Schließung von Schulen massive Folgen habe. „Jedes dritte Kind zeigt eine psychische Belastung an. 40 Prozent unserer Kinder leiden unter Einschlafproblemen, 40 Prozent unserer Kinder beklagen Bauchschmerzen und 30 Prozent unserer Kinder leiden unter Kopfschmerzen.“ Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen müsse massiv gestärkt werden. „Wir sind weit davon entfernt, dass Schulen wieder im Normalbetrieb geöffnet werden, aber es ist richtig und mehr als wichtig, dass unsere Kinder endlich in die Schulen zurückkehren können“, sagte Commerçon weiter. „Der Preis für Kinder und Jugendliche ist verdammt hoch, wir müssen alles dafür tun, dass wir nach den Osterferien in den Präsenzunterricht zurückzukehren können“, erklärte Renner. So könnten Jugendliche wieder zur sozialen Teilhabe zurückkehren.

Jüngst hatte ein überraschender Kurswechsel von Kultusministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) bei der Schulöffnung für Kritik gesorgt. Ab diesem Montag kehrten nicht alle Klassen mit einem Teil ihrer Schüler in den Wechselunterricht zurück, sondern nur die fünften und sechsten Stufen (Wechselunterricht) sowie die Abiturienten des kommenden Jahres (in voller Klassenstärke) starteten den Präsenzunterricht. Die übrigen Stufen sollen erst eine Woche später damit beginnen.

Familien- und Gesundheitsministerin (CDU) Monika Bachmann sprach von einer besonderen Belastungsprobe bei der Betreuung von Kindern und Jugendlichen. Gleichzeitig sei man bestrebt, so viel Normalität wie möglich in Kitas und Schulen zu ermöglichen – und daher schnell Sonderimpfungen für Lehrer einzurichten.