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Sorgen ums Saarland: Die Industrie des Landes kämpft

Sorgen ums Saarland : Die Industrie des Landes kämpft

Der „harte Strukturwandel“, von dem die Landesregierung spricht, greift längst die Substanz der saarländischen Industrie an. Diese ist nach wie vor der Kern der Saar-Wirtschaft, es wird recht gut verdient, auch zahlreiche Jobs im Dienstleistungsbereich hängen von ihr ab.

Umso bedrohlicher sind die Entwicklungen, denen sich die Automobilindustrie (47 000 Arbeitsplätze) und die Stahlindustrie (13 000 Arbeitsplätze) gegenübersehen. Seit 2018 häufen sich die Hiobs-Botschaften.

Die Automobilindustrie im Saarland, die zu einem großen Teil an der Verbrenner-Technik hängt, die nach dem Willen großer Teile der Politik ein Auslaufmodell sein soll, steht wegen des Ausbaus der Elektromobilität unter Druck. Niemand weiß, wie es nach 2024 mit dem Ford-Werk in Saarlouis weitergeht. Eine Schließung wäre für das Land ein Albtraum. Die Stahlindustrie  leidet unter Billigstahl aus Fernost und als großer CO2-Emittent zudem unter den Klimaschutzvorgaben der EU. Damit sie überleben kann, muss sie auf grünen Wasserstoff umgerüstet werden. Dafür sind Milliarden notwendig und Unmengen an elektrischem Strom.

Nicht nur die ökologische Transformation bedroht im Saarland Jobs, auch die Digitalisierung. Weil es hier viele Arbeitsplätze in Fertigungsberufen gibt, ist der Anteil der Arbeitsplätze, die mittel- bis langfristig durch einen Computer ersetzt werden könnte, sehr hoch (30 Prozent). Künstliche Intelligenz und Cyber-Sicherheit, Hoffnungsschimmer für den Strukturwandel, sollen das Saarland retten. Doch nicht jeder taugt zum Informatiker.