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So übersteht Gerd Dudenhöffer /Heinz Becker die Corona-Krise

Serie Wie geht’s? : Gott will nicht, dass Gerd Dudenhöffer auf Reisen geht

Unsere Serie liefert private Momentaufnahmen während der Corona-Krise. SZ-Redakteurin Cathrin Elss-Seringhaus stellt bekannten Saarländern Fragen und bittet um ein Selfie. Heute: Kabarettist Gerd Dudenhöffer (70), Erfinder der Bühnenfigur Heinz Becker.

Wie ist die Lage?

Entspannt. Vor drei Wochen hat ihn seine Ärztin „sofort!“ zur Impfung gegen Lungenentzündung zitiert, da war klar, es ist ernst mit der Risikogruppe. Dann entschloss Dudenhöffer sich, den Druck rauszunehmen aus der Jahresplanung und alle Tournee-Termine abzusagen fürs neue Programm. Titel: „DOD. Das Leben ist das Ende“ – kein Corona-Witz, das Stück war vor Corona geschrieben. „Ich frage mich, kann ich das überhaupt noch spielen?“

Was macht er nach der Kontaktsperre?

 Müßige Frage bei einem Mann, der mit seiner Frau sowieso in einer Art Einsiedelei lebt, in Kleinottweiler (Bexbach), direkt am Wald. „Ich fühle mich allein pudelwohl. Ein Glas Rotwein, eine Zigarre und Jazz, das genügt.“ Rausgehen, nein danke. Aber raus fahren, mit seinem 600-PS-starken weißen Cabrio, einem Sammlerstück, das würde er schon gerne. Zur Überbrückung geht er ab und zu in die Garage, lässt das Verdeck rauf und runter und dreht am Zündschlüssel.

Welche privaten Pläne wurden durchkreuzt?

Ein Oster-Urlaub am Bodensee, aber auch im Juni, meint Dudenhöffer, wird es nix mit Saló am Gardasee. Wobei ihn das nicht wirklich trifft. „Zwei Mal in 45 Jahren hat mich meine Frau dazu gebracht, in Urlaub zu fahren. Nun ist klar: Gott will nicht, dass ich reise.“ Das sagt er im Heinz-Becker-Tonfall.

Was lehrt ihn Corona?

 „Die Menschheit hat verlernt, demütig zu sein. Reife Früchte vom Baum zu pflücken, ist nicht der Sinn des Lebens.“ Das klingt nicht gerade nach Heinz Becker. Doch der ist derzeit in Kleinottweiler durchaus präsent. Wie geht’s dem denn so? Dudenhöffer meint, der Heinz versuche Corona zu vermeiden, so wie alle anderen auch. Und er filmt sein Alter Ego dabei. Die Mini-Video-Clips stellt Dudenhöffer dann auf seiner Facebook-Seite ins Netz. Hunderttausende Aufrufe! Von wegen Einsamkeit.