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So ändern die Saarländer ihr Verhalten in der Corona-Krise

Bewegungsanalyse von Google : So ändern die Saarländer ihr Verhalten in der Corona-Krise

Bleiben die Menschen im Saarland in der Corona-Krise daheim? Zeigt die Ausgangsbeschränkung eine Wirkung? Google liefert Anhaltspunkte zur Mobilität in der Pandemie – anhand der Standortdaten von Smartphones.

Das US-Unternehmen hat ausgewertet, was Geräte mit dem Betriebssystem Android an Bewegungen aufgezeichnet haben. Wie häufig fährt jemand zur Arbeit? Wie lange bleibt er im Supermarkt oder in einem Restaurant? Das Ergebnis für 131 Länder und Regionen hat Google nun veröffentlicht, auch die Daten für Bundesländer wie das Saarland sind abrufbar. Normalerweise nutzt der Tech-Gigant die Bewegungsdaten für Dienste wie Google Maps.

Angeschaut haben sich die Datenanalysten den Zeitraum von Mitte Februar bis Ende März, verglichen mit fünf Wochen zwischen Januar und Februar. Das Saarland bewegt sich bei den meisten Daten im Bundestrend, ein aktuelles Minus von 39 Prozent weist Google beim Arbeitsplatz aus. Wobei die Verlaufskurve nach dem 21. März eine erkennbare Delle aufweist. An diesem Tag trat im Saarland die Ausgangsbeschränkung in Kraft.

Welche Trends lassen sich an den Bewegungsdaten ablesen? Die Menschen haben sich Ende März häufiger in den eigenen vier Wänden aufgehalten. Hier liegt das Plus gegenwärtig bei zehn Prozent. Das satteste Minus von 77 Prozent zeigt sich bei den Besuchen in Restaurants und Cafés, größeren Einkaufszentren und kulturellen Einrichtungen wie Museen, die mit wenigen Ausnahmen geschlossen sind. Auch bei Bussen und Bahnen liegt der Rückgang bei über 70 Prozent und damit leicht über dem Bundestrend.

Erkennbar über den Werten aus ganz Deutschland rangiert das Saarland bei den Besuchen in „Parks“, einer nicht ganz eindeutigen Kategorie, die auch Wälder enthalten könnte. Sicherlich spielen Parkanlagen als Treffpunkte unter freiem Himmel in Großstädten eine wichtigere Rolle als in der Region, auch sind diese leichter zu kontrollieren als Waldgebiete. Jedenfalls liegt das Minus im Saarland hier bei 29, im Rest der Republik bei 49 Prozent. Gut ablesen lässt sich an den Google-Daten, wie sehr es die Menschen am vergangenen Wochenende nach draußen zog – als das Wetter blendend und die Zahl der Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen enorm hoch war.

Aufschlussreich sind die Datenkurven auch, weil Fasching und die Winterferien in der Verlaufskurve mit abgebildet sind – also Ereignisse, in denen die soziale Distanzierung noch lange nicht gefordert war. Während der Winterferien war das Minus beim Besuch des Arbeitsplatzes ähnlich hoch wie jetzt in Zeiten der Corona-Krise.

Google will laut Unternehmensangaben unter anderem den Gesundheitsbehörden in der Pandemie helfen. Auch das Robert-Koch-Institut in Berlin erklärte am Freitag, man nutze Mobilitätsdaten, um die Wirksamkeit der politischen Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus zu beobachten. Während Ausgangsbeschränkungen und Kontaktsperren in die Rechte der Bürger eingreifen, stellt sich bei den Analysen von Google die Frage nach dem Datenschutz. Dazu erklärte das Unternehmen, man schütze die Privatsphäre der Menschen, individuell zurechenbare Daten zu Standorten, Kontakten oder Bewegungen einzelner Personen seien an keiner Stelle öffentlich abrufbar.