Skandal um LSVS: Finanzierte Stelle an Universität im Saarland

Kostenpflichtiger Inhalt: Streit um subventionierte Uni-Stelle : Staatsanwalt ermittelt – Dozentin verteidigt vom Saar-Sportbund finanzierte Forschungsarbeit

Ehrenamt und Sportstätten: Unter anderem mit diesen Themen befassten sich Mitarbeiter an der Saar-Uni – im Auftrag und mit Geld des LSVS. Deswegen ermittelt zurzeit die Staatsanwaltschaft. Eine Mitarbeiterin des betreffenden Instituts hält die Zuschüsse indes für gerechtfertigt.

55 000 Euro jährlich soll das Sportwissenschaftliche Institut (SWI) an der Saar-Universität seit 2008 vom Landessportverband für das Saarland (LSVS) bekommen haben. Mit dem Geld unterstützte er eine Stelle des Studiengangs. Kritiker sehen darin einen Verstoß gegen die Verbandssatzung, die solche Subventionen nach deren Ansicht nicht vorsieht. Nach einer entsprechenden Anzeige ermittelt die Staatsanwaltschaft in Saarbrücken wegen des Verdachts der Untreue gegen das Präsidium.

Nachdem der Leiter des betreffenden Instituts, Professor Dr. Eike Emrich, diese finanzielle Unterstützung im SZ-Gespräch bereits als vollkommen üblich bezeichnet hat, verteidigte am Montag (5. August) auch Dr. Monika Frenger diese Handhabe. Sie war eine jener Profiteure dieser LSVS-unterstützten Stelle. So habe sie sich unter anderem mit der Ehrenamtsforschung befasst. „Dabei haben wir Synergien genutzt, mit Professuren anderer Institute im Saarland und darüber hinaus zusammengearbeitet“, berichtet sie: Darunter seien Wissenschaftler auch aus Kiel und Hamburg gewesen.

Bei dieser Arbeit sei es darum gegangen, wie Ehrenamtler zu rekrutieren und zu halten sind. „Wir fragten uns: Wie passt eine Person auf welches Ehrenamt? Und wie steigern wir seine Zufriedenheit?“ Dies seien Kriterien, einen unentgeltlichen Helfer möglichst lange an einen Verein zu binden. Diese Forschung laufe nach wie vor, berichtet Frenger. Von den SWI-Forschungsergebnissen profitiere bis heute der LSVS und dessen Mitgliedsvereine. Eine ähnliche Zusammenarbeit zum gleichen Thema bestehe zum Deutschen Fußball-BUND (DFB).

Bereits abgeschlossen: wissenschaftliche Pläne zu Sportstättenentwicklung im Saarland. Hier habe sich das SWI über die Sportverbandsstelle beispielsweise damit befasst, wie ausgelastet Hallen und Plätze in Neunkirchen sind und wo sich trotz knappem Budget Sanierungen lohnen. „Was letztlich Kommunen aus unseren Vorschlägen machen, wissen wir nicht.“

Durchaus habe der Saar-Sportverband von der SWI-Stelle profitiert, was die Finanzierung legitimiere, verteidigt Frenger.

Sie war die letzte Institutsmitarbeiterin, die den querfinanzierten Posten innehatte. Mittlerweile gibt es die Stelle nicht mehr, nachdem ein Finanzskandal den LSVS erschüttert hat. Die Uni-Mitarbeiterin befasst sich heute weiterhin mit Forschung, ist aber auch Dozentin für Studenten. Ihre Doktorarbeit hatte Sportökonomie und Doping zum Thema und war vom LSVS prämiert worden.