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Selbst auch zu Hause bleiben? Eltern der wegen Corona-Quarantäne heimgeschickten Lebacher Scholl-Gymnasiasten verunsichert

Nach der Schließung des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Lebach : Bildungsministerin und Landkreis verärgern mit Ratschlägen

Nachdem am Freitag die vorübergehende Schließung des Geschwister-Scholl-Gymnasiums (GSG) Lebach angeordnet wurde, regte sich Unmut bei vielen Eltern.

Ratlosigkeit und Verärgerung haben am Wochenende die Stimmungslage der Eltern von Schülern des Lebacher Geschwister-Scholl-Gymnasiums beherrscht. Das Gesundheitsamt des Landeskreises Saarlouis hatte 900 Schüler, die etwa 65 Lehrer und weiteren Beschäftigten des Gymnasiums am Freitagmittag in Quarantäne geschickt, nachdem zwei Lehrer und ein Schüler positiv auf Corona getestet worden waren.

 In einem Schreiben des Gesundheitsamtes des Landkreises Saarlouis mit „Informationen  für die Schüler und Lehrer des Geschwister-Scholl-Gymnasiums“ wird „Elternteilen und Angehörigen der Betroffenen, die zum Beispiel in den Berufsgruppen Krankenhaus, Kindergarten, Schule, Pflegeheim, etc.“ arbeiten, angeraten, sich bis zum Ergebnis der ersten Testung in freiwillige Quarantäne zu begeben oder Rücksprache mit ihren Arbeitgebern zu halten, ob unter erweiterten Schutz- und Hygienemaßnahmen (FFP-2-Maske etc.) weitergearbeitet werden könne. Das gleiche gelte für Geschwisterkinder, die eine Einrichtung wie Schule oder Kindergarten besuchten. Diese sollten sich bis zum ersten Testergebnis in freiwillige Quarantäne begeben, hieß es. „Sollte der Test ihres Kindes negativ sein und das Kind keinerlei Symptome haben, kann das Geschwisterkind die Einrichtung wie Schule oder Kindergarten wieder besuchen. Ebenso können Elternteile und Angehörige dann wieder ihren Beruf ausüben“, schrieb der Landkreis.

Doch aus dem Bildungsministerium gab es diese Quarantäne-Empfehlung für Eltern in bestimmten Berufen und  „etc.“-Berufen nicht. In der Mitteilung von Ministerin Christine Streichert-Clivot (SPD), die der SZ  am Freitagnachmittag zuging, hieß es pauschal: „Bis die Testergebnisse bekannt sind, empfiehlt das Gesundheitsamt allen betroffenen Eltern und Erziehungsberechtigten sowie den Geschwisterkindern, sich in Quarantäne zu begeben.“ Also alle Eltern, gleich welchen Beruf sie ausüben.

 Bei der SZ-Redaktion klingelten bereits am Freitagabend und am Wochenende die Telefone. Verunsicherte Eltern riefen an, die nicht wissen, an welche der beiden Vorgaben sie sich halten sollen.

Ebenso äußerten einige ihren Unmut am Management des Landkreises nach der Schließung des Gymnasiums. Die Schüler hätten teilweise  in vollen Schulbussen nach Hause fahren müssen, ohne den notwendigen Abstand – und das auch noch mit Schülern einer anderen Schule. Dies entspreche in keiner Weise den zuvor verhängten Sicherheitsmaßnahmen mit Quarantäne und dem Massentest aller Schüler, Lehrer und Bediensteten ab Anfang dieser Woche, hieß es.